Post von Nacho (ehem. Hansi)

Brief vom: 19.12.2019

Hallo liebes Tierheim Team,

ich bin's. Euer Hansi. Mittlerweile heiße ich aber Nacho.

Ich bin nun schon ein ganzes Jahr lang nicht mehr bei euch. Ich habe mich bei euch immer sehr zurückgehalten und auf dem Dachbalken versteckt. Daher kann es sein, dass ihr euch gar nicht an mich erinnert. Ich bin letztes Jahr kurz vor Weihnachten von Frauchen und Herrchen bei euch abgeholt worden. Als wir dann zu Hause in S. angekommen waren, musste ich feststellen, dass meine Schwester Nala schon seit 2 Jahren dort wohnt. Frauchen hat regelmäßig auf eurer Homepage verfolgt, ob ich immer noch im Tierheim bin. Scheinbar gab es einige Interessenten für mich, die sich aber nie für mich entscheiden konnten, weil ich eben zu schüchtern war und mich nicht habe anfassen lassen. Frauchen war der Meinung, dass es für mich offensichtlich zu schwer ist ein zu Hause zu finden und hat Herrchen so lange überredet mich aufzunehmen, bis er letztendlich ja gesagt hat.

In S. angekommen musste ich feststellen, dass meine Schwester scheinbar gar nicht begeistert war Familienzuwachs zu bekommen. Sie war es gewohnt im Mittelpunkt zu stehen und wollte keinen ihrer Schlafplätze mit mir teilen. Der Weihnachtsbaum war die erste Woche mein Lieblingsversteck. Darunter konnte ich mich zurückziehen und bin nur nachts zum Fressen herausgekommen oder um einmal aufs Katzenklo zu gehen.

Ich habe regelmäßig Kontakt zu meiner Schwester gesucht, aber sie hat mich in den ersten Wochen immer sehr erfolgreich zurückgestoßen. Sie geht jeden Tag raus und ich habe den ganzen Tag auf ihre Rückkehr gewartet. Wenn sie dann abends Heim kam, habe ich sie lautstark begrüßt und wollte mit ihr spielen. Sie aber wollte einfach nur ihre Ruhe, weshalb ich öfter einmal angefaucht wurde.

Ich hingegen durfte lange Zeit nicht nach draußen, weil Frauchen und Herrchen Angst hatten, dass ich nicht wiederkomme. Wahrscheinlich hatten sie damit auch recht. So richtig wohl habe ich mich lange nicht in meinem neuen zu Hause gefühlt. Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich Vertrauen gefasst hatte und mich habe streicheln lassen. Ganze 9 Monate mussten Frauchen und Herrchen Geduld haben, bevor sie mich anfassen durften. Hochheben ist immer noch nicht drin, daher ist der ab und an fällige Besuch beim Tierarzt immer ein ganz schöner Kampf. Aber mittlerweile liebe ich es mit Herrchen und Frauchen auf der Couch zu liegen und auch Nala hat sich inzwischen an mich gewöhnt. Trotzdem scheint meine Zuneigung zu ihr immer noch ein bisschen größer zu sein als ihre. Ab und an lässt sie sich von mir Putzen. Aber wenn sie dann genug hat, kriege ich ohne Vorwarnung eins mit der Pfote übergezogen. Ich lasse mich davon aber nicht abschrecken und versuche es regelmäßig wieder.

Ich habe im letzten Jahr sehr viel von ihr gelernt und sie war mir eine gute Orientierungshilfe. Wäre sie nicht so eine absolute Schmusekatze, hätte ich mich wohl nie dazu überwinden können, das mit dem Streicheln mal auszuprobieren. Aber irgendwann hatte ich Mut gefasst und Herrchen mit einem Kopfstupser zum Kraulen aufgefordert. Er hat diese Aufforderung gerne angenommen und seitdem gibt es keinen Tag, an dem ich nicht schnurrend auf der Couch liege. Wie gesagt, hochheben lasse ich mich noch nicht, aber ich denke das wird auch noch.

Anbei findet ihr noch ein paar Fotos von mir und meiner Schwester Nala in unserem zu Hause.

Nacho (ehem. Hansi) Nacho (ehem. Hansi) Nacho (ehem. Hansi) Nacho (ehem. Hansi)