Post von Collin

Brief vom: 14.02.2017

Liebes Team vom Eifelhof,

vor gut 4 Wochen, am Freitag den 13., bin ich bei Euch ausgezogen. Nach fünf langen Jahren. Viele hatten Interesse an mir aber, wenn man hörte wie scheu und fast unsichtbar ich bin, war das Interesse weg. Und jetzt hat sich eine große Tür ins Paradies für mich aufgemacht und ich finde es jeden Tag schöner.

Am Tag meiner Ankunft bin ich langsam aus der Transportbox, die stand Richtung Katzenklo. Da bin ich langsam rum. Dann bin ich ins Esszimmer einmal um den Kratzbaum rum und ins Wohnzimmer, das geht ineinander über und ist richtig groß. Und dann habe ich die rettende Couch gesehen und schwups war ich verschwunden. Puh erstmal in Sicherheit. In der ersten Nacht bin ich nur aufs Klo und habe mich nach vielen Stunden endlich erleichtert. Fressen und Wasser habe ich in meiner Aufregung übersehen, ich wollte nur wieder in den Schutz der Couch.

In der ganzen ersten Woche haben meine zwei Neuen nur durch die Couch mit mir gesprochen. Ich bin nachts Fressen und aufs Klo gegangen oder tagsüber wenn 2x am Tag keiner da war. Hund Sammy (ehemals Sergio, vor über 8 Jahren ebenfalls vom Eifelhof hier eingezogen) hat sich super mir gegenüber verhalten und tut es weiterhin. Kein Schnüffeln an der Couch, kein Bedrängen von der Fensterseite her (es ist eine Wohnlandschaft und von der Fensterseite kann man hinter der Sitzfläche entlanggehen).

Ab der zweiten Woche habe ich mich morgens gezeigt, wenn sie morgens früh aufsteht und in der Küche alles für die Arbeit fertigmacht. Abends wiederum fing ich an rauszukommen, wenn sie mit Sammy zum Schlafen hochging. Natürlich alles mit Abstand und weiter scheu ohne Ende. Mein Neuer schaut dann immer noch was fern aber sie steht um vier auf und fährt früh nach Köln. Sammy kommt dann herunter geht kurz in den Hof, holt sich ein Leckerli ab und läuft wieder hoch, weiter schlafen. Ich bekomme dann was in meinen Napf, werde zärtlich mit einer Katzenstange gelockt und dann ist erstmal wieder alles still.

Letzte Woche ging mir das alles zu langsam und da saß ich früh morgens scheu im Türrahmen und dachte ich könnt ja mal Mauzen. Das hat gewirkt! Jetzt mache ich das immer öfter. Auch Sammy mauze ich an, vor ihm habe ich all meine Angst verloren. Ich werde insgesamt immer mutiger. Sie machen alles ganz langsam und bedächtig mit mir und so hole ich mir Leckerli´s zaghaft aus der Hand. Liege morgens gemütlich an der Terrassentür und schaue raus. Es platzt ein kleines Knötchen nach dem Anderen in mir. Ich sitze jetzt auch gerne unter dem Tisch im Esszimmer oder liege unterm Tisch auf einer der Stühle und es stört mich nicht mehr, wenn dort vorbei gelaufen wird. Anfassen darf man mich aber noch nicht obwohl ich mit meinem Kopf beim Leckerli holen immer an der Hand lang streife. Das machen meine Zwei extra so aber es stört mich immer weniger.

Morgens, wenn ich alleine unten bin tobe ich durch die Bude. Hinter der Couch steht ein zweites Klo, falls ich mich nicht traue. Und ein Kuschelbettchen - ein Traum. Da liege ich zwischenzeitlich ganz entspannt, tief schlafend drin und lass all das neu Erlebte Revue passieren. Und ich lerne jeden Tag mehr, wie schön das Leben sein kann.

Seit heute sind die Türen oben alle auf. Ich sollte erst unten mit allem vertraut werden. Da geh ich die Tage bestimmt mal hoch und schau mir alles an. Ich denke die Betten könnten auch ein Lieblingsplatz werden.

Ich bzw. wir melden uns wieder. Bis dahin ….......

Euer Collin und meine 3 Neuen.

Brief vom: 08.05.2017

Hallo liebes ehemaliges Team vom Eifelhof,

hier meldet sich wieder Collin! Fast 4 Monate ist es her, dass ich bei Euch ausgezogen bin und ich sage Euch Ihr kennt mich kaum wieder. Habt Ihr mich als super scheu und unsichtbar beschrieben – vorbei. Ich nehme jeden Tag mehr Fahrt auf.

Natürlich bin ich noch nicht der Kater der von klein auf ein Zuhause hatte aber es wird immer besser mit mir. Mein Dasein hinter der Couch habe ich schon lange beendet. Den Weg hinter der Couch nutze ich nur noch als Kurfürstendamm, an der einen Seite rein um an der anderen Seite wieder raus zu marschieren. Mein Katzenklo hinter der Couch steht seit vielen Wochen auf dem Speicher. Ich lasse mich seit über 7 Wochen streicheln und genieße es auch. Na gut, nun nicht stundenlang aber ich will immer mehr dabei sein.

Morgens sitze ich zur Begrüßung unten im Türrahmen und freue mich. Ich fordere mir auch Leckerlis ein – wie? Tja ich werde Weltmeister im Miauen und muss mich ziemlich oft mitteilen, egal ob ich auch was haben will, wenn Sammy etwas bekommt, mir langweilig ist oder ich auf´s Klo muss. Wenn mir dann einer in die Quere kommt, mautze ich energisch. Weg da, sonst traue ich mich nicht. Sobald einer auf der Couch sitzt bin ich auch da und lasse mich auch immer mehr und gerne beschmusen. Mit den Pfötchen komme ich schon auf die Oberschenkel und schmuse mit der Stirn. Abends lege ich mich mit einem kleinen Abstand dazu und schlafe.

Und wir spielen jeden Tag. Am Anfang hatte ich ja richtig Angst aber dann habe ich begriffen wie toll das ist. Und jetzt warte ich darauf wann es endlich soweit ist. Meine große Leidenschaft sind Geschenkbänder von einer großen Rolle richtig quer und lang ausgerollt über Couch und Sessel und durch´s Zimmer. Da bekomme ich immer mehr Witz und Geschwindigkeit. Das spielen sie mit mir aber nur unter Aufsicht. Alleine bin ich im Toben aber auch Klasse wenn es mich packt.

Hier im Haus gibt es für mich keine Tabus, ich kann überall hin. Mein sicherer Bereich ist aber noch unten. Nach oben gehe ich morgens wenn sie aufsteht oder nachts. Dann merken sie nicht, wenn ich oben bin und sie beobachte. Meine ich zumindest! Draußen war ich noch nicht und es hat mich bisher auch keineswegs interessiert. Ich fühle mich drinnen pudelwohl und sicher. Ich liege zwischenzeitlich gerne oben auf meinem Kratzbaum und schaue raus oder schlafe dort oben einfach glücklich und sicher. Genauso verschwinde ich aber auch in mein Kuschelbettchen zwischen Couch und Fenster schön muckelig und ungestört und schlafe dort tief und fest.

Mit Hund Sammy verstehe ich mich gut. Nur manchmal packt es mich. Er ist halt keine Katze und will nicht mir mir spielen. Dann bin ich manchmal enttäuscht und kloppe ihm im vorbei gehen ohne Krallen eine auf den Po. Und ich begrüße meine Zwei seit Wochen wenn einer nach Hause kommt. Selbst schon zu Zeiten als ich mich noch nicht hab anfassen lassen.

Ich fühle mich einfach nur wohl, will immer mehr Angst abbauen und bin einfach nur glücklich, ein Zuhause zu haben. Ich werde von ganzem Herzen geliebt. Und jetzt übergebe ich mal an meine Zwei. Die haben ja noch gar nichts gesagt.

Ja und da sind wir – die Zwei. Mein Mann und ich. Wir fassen uns kurz. Collin berichtet ja ausführlich genug. Wir bereuen keinen Tag Collin nach seiner langen Zeit im Tierheim zu uns geholt zu haben. Er ist ein ganz lieber Kerl, der sich einfach nur nach Liebe sehnt und dem man Stück für Stück einfach nur beibringen muss, wie es geht. Das kostet natürlich auch täglich seine Zeit und das ein oder andere bleibt im Moment liegen. Wenn man aber einfach nur sieht wie er aufblüht, er selber wird, zutraulicher wird, jeden Tag einen einen noch so winzigen Schritt macht, dann ist es jede Mühe wert.

Natürlich müssen wir uns in seiner Nähe noch immer behutsam bewegen aber auch das wird immer besser. Wir haben Collin gelernt, dass er an uns vorbei gehen kann und wir an ihm. Der Fernseher ( so was gibt es ja auf dem Eifelhof nicht) war Horror für Collin. Heute ist es Alltag und er sitzt abends schon mal davor und schaut interessiert rein. Er bewegt sich relativ frei und unbeschwert unten, fühlt sich sicher und angekommen. Was wollen wir nach nur knapp 4 Monaten bei so einem scheuen Tier erwarten. Wir sind schon stolz, dass er jetzt soweit ist. Er wird auch die Welt oben im Haus demnächst als sicher betrachten und natürlich geht es demnächst in unseren Garten. Wir freuen uns selbst irgendwann wieder frei Lüften zu können und Sammy liebt bei gutem Wetter unseren Garten und liegt stundenlang draußen. Aber bis jetzt war es wichtig Collin im Haus die Sicherheit zu geben und sich an uns zu gewöhnen.

Unser Bericht ist sehr lang. Aber uns ist es ganz wichtig auch Anderen Mut zu machen. Mut sich einem scheuen Tier zuzuwenden, dass sich nicht durch Selbstbewusstsein präsentieren kann, dass sich aber mit ganzem Herzen auch nach einem schönen, liebevollen Zuhause sehnt. Wir praktizieren es bereits zum zweiten Mal. Unseren Sammy aus Ungarn wollte damals auch niemand. Er war fast 3 Jahre alt, saß 1 Jahr in Ungarn und 1.5 Jahre im Eifelhof im Tierheim. Aufgeregt hat er sich immer völlig falsch präsentiert wurde von anderen Hunden gemobbt und ist seit nunmehr über 8 Jahren unser Traumhund um den wir oft bewundert werden. Ruhig, ausgeglichen und super artig. Und auch das wird Collin werden. Da sind wir uns ganz sicher. Ein Kater zum Verlieben. Der ist er jetzt schon.

Aber jeder der unsere Zeilen liest. Solch ein Tier braucht Zeit, Ruhe und Liebe. Diesem muss man sich stellen wenn man sich dieser Aufgabe annehmen will. Belohnt wird man jeden Tag mit viel Liebe die zurückgegeben wird und jeden Tag mit der Gewissheit einer solchen armen Seele ein liebevolles Zuhause zu geben.

So und jetzt beenden wir unsere langen Zeilen und melden uns wieder wenn Collin völlig und ganz hier angekommen ist. Bilder fügen wir natürlich diesmal auch dabei. Wir haben ja jetzt richtig schöne und gemütliche!

Bis demnächst..........

Collin Collin Collin