Post von Ricardo

Brief vom: 08.04.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof, ich habe mich eben so gefreut, als ich nach Hause kam! Aber der Reihe nach... ;-)

Nachdem Ricardo von Freitag bis Sonntag mehr als 48 Stunden freiwillig in der Transportbox gesessen hat und nicht mal annähernd in die Nähe der Öffnung kam, war ich so erleichtert, als ich Sonntagabend von den Pferden wieder kam und sah, dass er unters Bett gehuscht war und auf dem Weg dorthin das Klo besucht hatte. Unterm Bett harrte er dann wiederum etwas mehr als zwei Tage aus. Es war schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass Luftlinie 15 cm unter meinem Kopf beim Schlafen der scheue Kater sitzt. Aber es schien ihn nicht sooo gestört zu haben, da er, wie gesagt, zwei Nächte "unter meinem Kopf" geschlafen hat. Glücklicherweise liegt dort unterm Bett ein alter zusammengefalteter Teppich, sodass er nicht auf den Fliesen sitzen muss. Als ich mein Auto parke, sehe ich an meinem Fenster innen auf der Fensterbank - richtig - Ricardo sitzen. :-)) So eine Freude! Er saß ganz entspannt aufrecht und guckte aufmerksam nach draußen. Natürlich ist er, als ich vom Auto Richtung Wohnugn lief, direkt von der Fensterbank runter gesprungen, und sitzt nun wieder unterm Bett. Aber ich bin gleich zum Spätdienst weg bis mindestens 21 Uhr, sodass er da nochmal lange Zeit hat, in Ruhe rauszukommen, oder das Klo zu besuchen etc. Achso, ich hatte ihm seit gestern neben das Trockenfutter (das er scheinbar noch nicht angerührt hatte) auch Nassfutter gestellt, und das war jetzt, als ich nach Hause kam, auch komplett aufgefressen. Kleine Mini-Schritte, die mich so freuen. Es ist ja eigentlich schon ein bisschen schräg, wenn man sich freut, dass die Katze auf dem Katzenklo war. ;-) Aber in Ricardos Fall sind das in meinen Augen kleine Mini-Schritte, über die man sich freuen sollte. Es könnte ja auch anders sein, und er hätte so eine riesen Angst, dass er gar nicht aus der Kiste oder unterm Bett hervor gekommen wäre. Oder oder ... Ich will auch nicht zu euphorisch sein, es kommen erfahrungsgemäß ja auch immer mal kleinere Rückschläge, aber ich freue mich einfach so für ihn, dass er auf der Fensterbank saß und so gesehen Kontakt zu seiner ne uen Umwelt aufgenommen hat. :-)

Viele Grüße
Britta & Ricardo

Brief vom: 18.04.2013

Ein freundliches Hallo nach Oberheckenbach!

Nachdem Britta mir erzählt hatte, dass Neuigkeiten über mich sogar auf der Homepage veröffentlicht wurden, wollte ich doch auch selber mal berichten, wie es mir nach knapp zwei Wochen im neuen Heim so geht, und hab mich heimlich an den Laptop gesetzt. ;-)

Ja, mein Tagesablauf sieht momentan eigentlich folgendermaßen aus: Unterm Bett ist noch mein liebster Platz, da fühle ich mich einfach am sichersten. Mehrmals am Tag guckt Britta mal drunter und sagt mir Guten Morgen oder dass sie jetzt zur Arbeit fährt, aber ansonsten hab ich da unten meine Ruhe. Nachts, wenn sie schläft, schlägt meine Stunde! ;-) Jede Nacht komm ich raus, fresse und besuche mein Klo. Da kann mir ja nichts passieren, sie schläft ja. ;-) Britta meint immer, sie würd gern mal wissen, was ich sonst noch so mache, aber das bleibt (noch) mein Geheimnis. ;-)

Inzwischen weiß ich auch ganz genau, wenn sie weg ist (dann nimmt sie nämlich ihren Schlüssel und schließt von außen ab, und das Auto fährt weg), und in der Zeit bin ich eigentlich auch immer außerhalb des Bettes. Dann fress ich wieder und besuch mein Klo, aber inzwischen sitze ich auch jedes Mal auf der Fensterbank und schaue raus. Nachmittags scheint die Sonne sogar auf mein Plätzchen, das tut gut... Ich muss gestehen, wenn dann jemand über die Auffahrt läuft, bekomme ich schnell wieder Angst, und sprinte lieber wieder schnell unters Bett. Sicher ist sicher! Aber heute Vormittag war es schön! Brittas Vermieter, bei denen wir im Haus wohnen, haben auch eine Katze. Als ich während ihrer Abwesenheit auf die Fensterbank sprang, um zu schauen, was draußen so los ist, lag draußen auf der Fensterbank diese schwarze nette Katze. Sie lag draußen am Fenster, ich drinnen, und es war ganz entspannt. Bestimmt treffen wir uns nochmal am Fenster... :-)

Und gestern ist mir was passiert... Britta war auch da, sie musste erst später zum Dienst. Sie wuselte in der Wohnung rum; dann bleib ich immer lieber unterm Bett. Irgendwann saß ich auf der Fensterbank und schaute raus - und bekam einen riesen Schrecken, als sie plötzlich aufstand. Sie hatte längere Zeit relativ ruhig um die Ecke am Computer gesessen, und ich hatte total vergessen, dass sie da war... Und ich war in der Zeit rausgekommen, puh!! Also wieder ab unters Bett. Sie hat sich aber total gefreut, dass ich auf der Fensterbank saß, obwohl sie noch da war. Naja, wie gesagt, ich hatte einfach total vergessen, dass sie noch anwesend war... Heute lag sie auf der Couch (sagte irgendwas von Nasennebenhöhlen), und ich dachte, sie schläft. Die Sonne kam soooo schön unters Bett, und der Drang, rauszukommen, war größer, als die Angst. Sie lag ja ruhig auf der Couch, also wagte ich es. Hab mich dann herrlich in der Sonne auf dem kleinen runden Teppich am Bett geputzt. Als sie sich bewegte und anfing, mich zu beoba chten, wurde mir die ganze Sache aber dann doch nicht mehr so geheuer; also - ihr ahnt es schon - besser wieder unters Bett. Es dauerte aber nicht lange, bis mich die Neugier wieder auf die Fensterbank holte. Allerdings nur wieder solange, wie sie sich ruhig verhielt. Naja, immerhin hab ich so nochmal kurz die nette Katze am Fenster getroffen... ;-)

Alles in allem bin ich hier schon gut versorgt; mein Klo ist immer sauber, ich habe immer ausreichend Futter und Wasser stehen. Allerdings muss ich mir das noch ein bisschen anschauen, ob sie mir wirklich nichts tut. Sie sagt das zwar immer, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste... Sie sagt auch immer so Sachen wie "Du bist ein Guter", "Du brauchst keine Sorge zu haben", "Ist alles gut", "Guten Morgen du Hübscher". Ich weiß zwar nicht so recht, was das bedeutet, aber sie sagt es nett zu mir, und das ist die Hauptsache.

So, ich glaube, ich sollte langsam mal aufhören mit schreiben. Sie hat gesagt, dass sie gegen acht zurück ist, und das müsste gleich sein. Also, ab unters Bett, und bis zur nächsten Mail - entweder von ihr, oder von mir.

Euer Ricardo

Brief vom: 22.04.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

ich hoffe, Sie sind nicht schon genervt, weil Sie so oft Post von uns kriegen ;-), aber ich freue mich einfach an den kleinen, aber steten Fortschritten, die Ricardo macht, und möchte Sie gerne daran teilhaben lassen. Eben weil er ja schon auch ein "Problemfall" war aufgrund seiner extremen Schüchternheit.

Ich schreibe "war", weil er sich in Mini-Mini-Schritten ganz toll macht bisher. Gestern Abend war ich ganz erstaunt. Ich war im Bad, Zähneputzen, und als ich danach aus der Tür schaue, sehe ich, dass Ricardo völlig entspannt aufrecht vorm Futternapf am Kratzbaum sitzt und erwartungsvoll in meine Richtung schaut ("Napf ist leer - Hunger - bitte vollmachen!"). Sobald ich mich dann mit schnelleren oder größeren Bewegungen an meinem aktuellen Platz bewege bzw. sobald ich mich in seine Richtung bewege, läuft er natürlich erstmal wieder unters Bett. Aber ich versuche es nun immer so zu machen (wenn es sich einrichten lässt) dass ich ihm nur Nassfutter hinstelle, wenn ich anwesend bin, sodass er es in meinem Beisein frisst. Ich sitze dann meist recht ruhig auf der Couch (Luftlinie ca. 3 Meter entfernt) und lese (oder tue so ;-) ), und es klappt immer besser. Ich habe das Gefühl, dass er sich wohler fühlt, wenn ich nicht frontal zu ihm sitze, sondern ein bisschen abgewandt. Aber auch das wird er irgendwann lernen.

Anbei noch drei Bilder, die eben entstanden sind (insbesondere das erste Bild ist wohl eher ein Suchbild ;-) ). Aufgrund der Handykamera und Entfernung nicht die beste Qualität, aber ich denke, er ist zu erkennen. :-)

Achso, nachts schläft er jetzt häufig auf der kleinen Katzencouch an der Heizung (siehe Bild). Wenn ich wach werde, sehe ich ihn da manchmal liegen. Schleiche mich dann auf Toilette, langsam seitlich am Bett vorbei, aber wenn ich zurückkomme, ist er bisher doch immer wieder unters Bett gegangen. Dennoch - ich muss mehr und mehr über ihn schmunzeln, und ich glaube, er merkt langsam, dass es unterm Bett eigentlich ganz schön langweilig ist, und man von Zeit zu Zeit auch mal draußen sein kann, ohne dass etwas passiert. Immer mit ausreichend Sicherheitsabstand - versteht sich. ;-)

Viele liebe Grüße aus Rheinbach

Britta & Ricardo

Anmerkung der Redaktion
Wir sind keinesfalls genervt, ganz im Gegenteil. Wir freuen uns mit Ihnen an Ricardos positiver Entwicklung.

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 27.04.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

ein paar Neuigkeiten von Ricardo.

Inzwischen ist es so, dass er in meiner Anwesenheit eigentlich auch "draußen" ist (also außerhalb seines Verstecks unterm Bett) - es sei denn, er ist müde und schläft unterm Bett. Er ist irgendwie schon ein lustiger Kerl, ich muss so oft über ihn schmunzeln.

Was sich auf jeden Fall verbessert hat, ist sein Fluchtdrang bei Bewegungen meinerseits. Ich habe mich noch nicht auf ihn zubewegt (werde das auch nicht machen), aber selbst, wenn er in "seinem" Bettbereich saß, und ich mich in "meinem" Couch-Küchen-Bad-Bereich bewegte, ist er bis vor kurzem immer schnell unters Bett, um dann kurz darauf wieder rauszukommen. Das ist nicht mehr so stark. Das heißt, er kann mittlerweile schon ganz gut aushalten, wenn ich mich in "meinem" Bereich bewege, und bleibt dann einfach sitzen und beobachtet das Ganze aus der Entfernung. Er geht auch mittlerweile in meiner Anwesenheit aufs Katzenklo und frisst super, wenn ich da bin.

Vorgestern kam ich tagsüber nach Hause und sah ihn, wie so oft, innen auf der Fensterbank. Mit dem Unterschied, dass er dort nicht nur saß und guckte, sondern tatsächlich lag und schlief. :-) Wenn er sich also sicher fühlt, und auf der Auffahrt keine Autos bewegt werden, kann er sich sogar schon auf der Fensterbank entspannen.

Eine Steigerung dessen passierte gestern Abend: Ich kam vom Spätdienst nach Hause, nahm mir die Zeit, noch ein Stündchen ruhig beim Fernsehen auf der Couch zu sitzen, während er dann fraß. Nachdem das obligatorische Mäulchenputzen nach dem Fressen entspannt auf dem runden Teppich erledigt war, traute er sich tatsächlich, auf seine Katzencouch an der Heizung zu gehen. Er musste also den Abstand zu mir, die noch auf der Couch saß, verringern. Er hat sich dann sogar auf seiner Couch zusammengerollt und war auch tief eingeschlafen. Total süß. :-) Musste ihn dann nur irgendwann leise mit Worten wecken, weil ich auch müde war und ins Bett wollte - damit er keinen Herzinfarkt bekommt, wenn ich gerade aufstehe. Das tut einem dann immer total leid, aber ich denke, er wird jetzt öfter mal auf seine Couch gehen, wenn ich abends Fernsehgucke.

Heute Morgen dachte ich, jetzt wird er "jeck". ;-) Nach dem Fressen und Putzen machte er sich noch, wie seit längerem, an meiner Pflanze zu schaffen (Katzengras ist in der Mache! - kann er in den nächsten Tagen bekommen). Das kann ich nicht sehen, nur hören, weil das an der hinteren Ecke des Bettes ist. Dann klang es zweimal so, als würde er plötzlich einen kurzen Satz machen (so wie wenn Katzen auf eine Beute, z. B. Spinne, springen). Ich konnte es leider nicht sehen, aber Spinnen gibt es definitiv bei uns, kann also durchaus das gewesen sein. Danach saß er wieder auf dem runden Teppich und beobachtete mich (ich hatte den Fernseher an). Plötzlich, und das registrierte ich erst ein paar Sekunden danach, gab er zum ersten Mal einen Ton von sich. Es war so ein kurzes, hohes, rollendes Gurren, ähnlich wie Tauben. Katzen machen es aus meiner Erfahrung auffordernd, kurz bevor sie aufstehen und irgendetwas anderes machen wollen oder etwas vom Gegenüber fordern. So sah auch sein Blick und seine Haltung aus. Er machte das Geräusch dann kurz darauf noch einmal. Es sind so kleine Entwicklungsschritte, die mir das Gefühl geben, mit ihm auf dem richtigen Weg zu sein.

Kurze Zeit später saß er wieder auf dem runden Teppich, gehockt, der Schwanz lang auf dem Boden, guckte mich mit großen Augen an, und der Schwanz ging kurz auf dem Boden schnell nach rechts und links (diese Pose, wenn Katzen aufgedreht und in Jagdlaune sind, eben ein bisschen "jeck"). Ich wusste nicht genau, was jetzt kommen würde, aber er war danach wieder ruhig und ging auf die Fensterbank. Der Verrückte... Bin mal gespannt, was da noch so alles kommt, wer er weiter auftaut. ;-)

Man merkt aber, dass er auf seine Art und Weise mehr und mehr "Kontakt aufnimmt". Am Anfang ist er ja schon geflüchtet, wenn ich ihn nur länger als 1 Sekunde angeschaut habe. Jetzt sitzt er ganz oft auf dem runden Teppich, zum Beispiel nach dem Fressen und Putzen, und schaut mich an, beobachtet mich.

Anbei noch ein paar Bilder, die zum Teil auch zu den oben beschriebenen Situationen gehören.

Liebe Grüße von Britta & Ricardo

PS: Wenn er vorm Bett sitzt, hat er jetzt schon mehrfach den Hals ein wenig gereckt und mal die Bettfläche "angepeilt". Denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er (heimlich) dort liegt. ;-)

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 02.05.2013

Haben Sie Ricardo schon einmal so gesehen?

Ich glaube, er ist verliebt... Ich bin so dahin geschmolzen, als ich das gestern am Fenster beobachten durfte. Sie war kurz da, dann wieder weg, und er hat regelrecht nach ihr gesucht. Dann kam sie noch einmal! Als sie danach weg war, hat er minutenlag dieses helle, leise, gurrende Maunzen von sich gegeben, er hat seine Sehnsucht ausgedrückt, und ich habe mich mit ihm "unterhalten" und gesagt, dass ich ihn sooo gut verstehen kann, aber dass die Frauen eben so sind... ;-) )

Liebe Grüße
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 19.05.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof Frankenau,

Ricardo hat - insbesondere in den letzten Tagen - einen richtigen Entwicklungssprung gemacht!

Nein, ich habe noch keinen Schoßkater, und eine gewisse Distanz wahrt er immernoch, das ist auch in Ordnung.

Folgend ein paar "Neuerungen" seit der letzten Mail:

Liebe Grüße
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 01.06.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

heute war es so weit, der große Tag war endlich da: Ricardo durfte das erste Mal raus!

Die Bilder zeigen, wie gut es geklappt hat. Meine Bedenken à la "Fenster auf und über alle sieben Berge" bestätigten sich glücklicherweise nicht. Im Gegenteil. Er erkundete ganz langsam die Welt draußen, blieb manchmal wie ein Jagdhund in "Forscherpose" mit erhobener Vorderpfote stehen, und es war schön zu sehen, dass er bei erschreckenden Geräuschen direkt wieder auf die Fensterbank sprang und rein kam - also weiß, wo er "hingehört". Er kam auch ohne erschreckende Geräusche zwischendurch immer mal wieder kurz rein, als wolle er sich vergewissern, dass die "sichere Basis" noch da ist. Mehrmaliges Gähnen zeigte, dass er die ganzen neuen Eindrücke erst einmal verarbeiten musste.

Zum Schluss seines ca. zweistündigen Erkundungstrips mit kurzen Zwischenbesuchen auf der Fensterbank lernte er seine Nachbarskatze nun auch live draußen kennen - leider (noch) mit etwas Gebrummel, hochgestellten Haaren und nicht direkt Sympathien auf beiden Seiten... Ich hoffe, dass die beiden sich arrangieren, und jeder sich in seinem Terrain wohlfühlen kann.

Nun hat er erst einmal eine halbe Stunde unterm Bett geschlafen, aber - als ob er gespürt hätte, dass ich von ihm schreibe - ist gerade darunter hergekommen und nun wieder draußen. :-)

Bis zum nächsten Mal! Britta & Ricardo

Brief vom: 02.06.2013

Hallöchen zusammen,

habe ich gestern Herrn Holtz am Telefon noch gesagt, dass Ricardo sich nach wie vor nicht anfassen lässt (ich habe es aber auch nicht versucht, weil es fehl am Platze gewesen wäre), und dass er nach wie vor bei mehr als 1-2 Metern Distanz doch lieber "verschwindet", hat er mich eben total überrascht.

Überhaupt ist er seit gestern, seitdem er nun endlich das erste Mal rausdurfte, deutlich entspannter. Als ich vom Frühdienst kam, dachte ich, mich erwartet schon ein angesäuerter Kater, der miauend am Fenster steht, weil er endlich wieder raus will. Dagegen lag er völlig relaxed im Bett und hatte geschlafen. Auch als ich dann "da" war, hatte er zunächst gar nicht so den Drang, rauszuwollen. Ich wollte auch nicht "einfach so" das Fenster (also seinen Ausgang) aufmachen, nach dem Motto "Ja, dann viel Spaß, und tschüss". Sondern ich wollte, dass er dafür "Kontakt" zu mir aufnimmt, sei es durch Maunzen oder am Fenster aufstellen o.ä. Da ich keine Katzenklappe habe, wird er das langfristig tun 'müssen', wenn er z. B. nachts rein will.

Als erstes ging er vorhin also zum Napf. Die letzten Tage ist er auch beim Napf-Hinstellen deutlich entspannter geworden. Bis vor kurzem musste er dann doch immer wieder unters Bett flüchten, wenn ich den Napf holte (um dann, kaum dass ich mich umgedreht hatte, wieder hervorzukommen ;-) ), bzw. auch kurz flüchten, wenn ich mit dem vollen Napf zurück in seine Richtung kam. Das ist, wie gesagt, in den letzten Tagen deutlich besser geworden. Er bleibt nun - in etwa 1 Meter Abstand vom Fressplatz - erwartungsvoll sitzen und kennt unser "Ritual" ("Napf hinstellen --> die Mitbewohnerin setzt sich auf die Couch - tut mir also nichts --> ich kann fressen" -- und das ziemlich entspannt, um nicht zu sagen, fast schon lässig B-) ).

Nach dem Fressen war er kurz am Fenster, um dann wieder zum Napf zu kommen ("Hey du, ich will dir noch was sagen!"). Ich dachte, vielleicht möchte er noch etwas zu fressen, und nahm die Trockenfutter-Leckerlies mit (die er bis dato noch nicht kannte). Ich blieb etwa auf Armlänge am Napf sitzen, und er kam zum Napf und fraß. Das hatte mich schon erstaunt.

Danach war ich aber noch verblüffter, denn nachdem er kurz wieder am Fenster gewesen war - ich hockte noch am Boden - kam er zurück. Ich sprach ihn an, ob er jetzt vielleicht raus wollte, und er schmuselte am Bett mit Charmeur-Blick und aufgewölbtem Rücken, leise maunzend und ganz leise schnurrend. Total süß. So schlawenzelte er kurz vor mir her, vorsichtig von links nach rechts, und es war nur ein Abstand von vielleicht 15 cm! Es fehlte nicht viel, und er wäre an mir entlang geschmust. :-)

(Auf den beiden Teppich-Fotos sitze ich in etwa 1,5 Metern Entfernung.)

Viele Grüße Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 03.06.2013

Hallo nach Oberheckenbach,

ein Auf und Ab in den letzten Tagen...

Nachdem Ricardo Freitag noch (aus Protest!? weil ich immer rein und raus ging, und er aber noch nicht raus durfte) ein Bächlein auf mein Kopfkissen gemacht hatte, konnte er dann ja einen Tag später endlich raus, was ja auch super geklappt hatte und wonach er sehr zufrieden war (siehe vorige Mail/s und Bilder).

Nachdem er dann am Sonntag (02.06.) erste zaghafte Kontakt- bzw. Annäherungsversuche gezeigt hatte, war er noch einmal rausgegangen. Nach einiger Zeit hörte ich böses Katzengeschrei und eilte raus. Ich fand mein armes Katerchen auf dem Rücken liegen, vor Angst, Schmerzen und Stress schreiend, und obendrauf eine der Streunerkatzen aus der Umgebung. Es ging dann noch hinter dem Schuppen weiter, wo es sehr eng ist, Ricardo also kaum Chance hatte zu flüchten, und das Geschrei immer schlimmer wurde. Ich bin fast gestorben. Irgendwann hatte er es geschafft und flüchtete. Das Schöne an dieser eigentlich schrecklichen (wenn auch unter Katzen wahrscheinlichen normalen) Geschichte: Er flüchtete geradewegs auf das offene Fenster zu und rettete sich in meine (unsere) Wohnung. Dort verharrte er erst einmal mehrere Stunden geschockt unter dem Bett (= anfänglicher Zufluchtort). Draußen sah ich noch Blutspuren, was mich natürlich nicht unbedingt entspannte. Große Filme liefen schon im Kopfkino ab. Wie sollte ich eine Katze, die gerade Vertrauen aufbaut, sich aber (noch) nicht anfassen lässt, im Zweifelsfall vom Tierarzt behandeln lassen können? Er putzte sich dann unterm Bett ausgiebig und war für den Rest des Tages, die Nacht und den Folgetag wie traumatisiert. Er verhielt sich sehr ruhig, machte keinen Mucks, schlief fast nur, wie "weggebeamt". Rauswollen war vorerst gar kein Thema mehr. Glücklicherweise konnte ich keine weiteren Blutspuren in der Wohnung feststellen, und auch an ihm mit "Sichtinspektion" keine offensichtlichen Wunden erkennen. Weil ich keine andere Idee hatte, Schlimmeres aber abwenden wollte, habe ich ihm Schüsslersalz Nr. 3 über das Futter gegeben bzw. mache es aktuell noch, was er zum Glück gut mitfrisst. Seit dem Vorfall tut er sich bei manchen Bewegungen noch etwas schwer, putzt auffällig oft seiner Hinterläufe (dort scheint er verletzt worden zu sein), und hat bis gestern Nachmittag wirklich seeeehr gelitten. ... Ja, bis die Nachbarskatze zum Krankenbesuch am Fenster vorbei kam - und er war wie ausgewec hselt. ;-) Seitdem geht es ihm langsam besser, heute hat er mich wieder ziemlich zugewandt und mit kleinem Abstand schmeichelnd um mich herum begrüßt, als ich von der Arbeit kam. :-)

Noch ein Thema zu der fremden Katze. Sie scheint hier der "Boss" zu sein im Revier, ist eine wilde, streunernde Katze. Es ist mir als Katzenfreund eigentlich zuwider, so etwas zu sagen, aber sie ist wirklich 'fies' und nur auf Krawall gebürstet. Struppiges schwarzes Fell, wo man die Flöhe buchstäblich hüpfen sieht, massiver Augenausfluss, und ihr Schwanz ist nur noch ca. 15 cm lang, wovon die Hälfte aussieht wie blutiger Knochen (hat sie schon lange). Ricardo hatte vermutlich unwissentlich auf ihrem "Durchgangsweg" gesessen (er ist ja auch so ein gutmütiges Eumelchen), sodass sie direkt die Fronten klären wollte. Ich weiß nicht, ob es 'normal' ist bei solchen Revierkämpfen, aber sie ist eine Katze, die bei so einer Auseinandersetzung spontan Kot absetzt, welcher durch den Kampf unvermeidbar an der unterlegenen Katze hängen bleibt. Also alles in allem eine sehr unangenehme Situation, von der ich hoffe, dass es bei dem einen Mal bleibt, im Sinne von Ricardo. Der Arme... sein neues Glück von Freiheit währte nur kurz, er dachte, alles wird gut, die Welt ist schön und dann - paff - so ein Schlag ins Gesicht. Man hat ihm danach richtig angemerkt, wie geknickt, fast schon gedemütigt er war.

Naja, es hat im Leben ja alles seinen Sinn, und hier war es einfach schön zu sehen, dass er mein Zuhause auch als sein Zuhause ansieht, da er sofort in die Wohnung geflüchtet ist, als er sich befreien konnte.

Bis zur nächsten (hoffentlich wieder erfreulicheren) Mail!
Britta & Ricardo

Brief vom: 05.06.2013

Hallo liebes Eifelhof-Team,

ich hab das Gefühl, momentan überschlagen sich die Ereignisse mit Ricardo, und es ist echt ein Auf und Ab in den letzten Tagen, ein Wechselbad der Gefühle zwischen Sorge und großer Freude.

Hier kommt nun die erfreuliche Mail. :-)

Seit wenigen Tagen werde ich nun immer ausgiebig umschmeichelt (mit geringem Abstand, also ohne Körperkontakt), wenn ich nach Hause komme und / oder es Futter geben soll. Ich sitze dann auf dem Boden, un er tänzelt schnurrend um mich herum, schmust an Möbeln, und hat gestern sogar kurz die Tendenz zum Hinlegen gezeigt (auf den Rücken, Bäuchlein hoch, bitte streicheln!). Ganz kurz hat er dann an meinen Füßen geschnuppert, um dann, erschrocken über den großen Mut, direkt wieder einen Schritt zurückzugehen, dann aber wieder um mich herum zu schlawenzeln. Kurz danach war es dann soweit, und er berührte dabei kurz mit seinem Schwanz meinen Körper (ich saß mit angezogenen Beinen, mit den Armen umschlungen neben seinem Napf). Das machte er dann noch zwei weitere Male, und ich hatte nicht den Eindruck, dass es Zufall war, sondern er beim Herumschmeicheln im letzten Moment doch die Berührung zulassen und den Menschen kurz mit dem aufgestellten Schwanz 'streicheln' wollte. Weil er das ohnehin in der Nähe meiner Hand tat, habe ich einmal ("wie aus Versehen" ;-) ) seinen Schwanz während Ricardos eigener Bewegung durch meine Finger gleiten lassen. Er guckte nur kurz, aber er war ok für ihn. :-) Ein Anfang ist also definitiv gemacht, und dieses kleine Katerchen überrascht mich immer wieder!

Liebe Grüßebr
Britta & Ricardo

PS: Eigentlich hatte ich eben das Gefühl, dass er gerne rauswollte, aber als das Fenster auf war, zeigte er kein Interesse mehr, und legte sich schlafen. Seit dem Vorfall mit der fremden Katze vor drei Tagen war er noch nicht wieder draußen gewesen; das hat vermutlich richtig gesessen bei ihm...

Brief vom: 08.06.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

Ricardo ist heute genau 9 Wochen da. Nachdem er die letzten Tage schon zaghafte Annäherungsversuche zeigte und immer zutraulicher wird, indem er kaum noch wegläuft, wenn ich mich bewege, bzw. mir beim Futtermachen inzwischen sogar ein wenig Richtung Küche folgt, gab es heute einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung. Heute wurde ich nicht nur schnurrend umtänzelt und kurz mal mit dem Schwanz berührt, sondern ich wurde bestimmt fünf Minuten am Stück beschmust. Leider kann ich davon ja kein Foto machen, aber das "Ergebnis" sehen Sie auf dem Bild. ;-)

Die anderen beiden Bilder entstanden, nachdem er heute seit dem Vorfall das erste Mal wieder draußen war. So viele Eindrücke machen doch müde... So teddybär-schmusig wie auf dem Teppich hat er sich heute auch das erste Mal hingelegt. Einfach süß. :-)

Liebe Grüße
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 17.06.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

hier ein paar Neuigkeiten von Ricardo.

Mittlerweile werde ich mehrmals am Tag ausgiebig und schnurrend umschmust. Wenn ich nach Hause komme, werde ich oft "empfangen", und dann muss erstmal geschmust werden. Immer noch "ohne Anfassen". Dreimal war ihm meine Hand wohl zu nahe gekommen bisher bzw. hatte die "böse Hand" doch tatsächlich sein Schwanzende gestreichelt, sodass ich mir jedes Mal eine "gefangen" habe. Nie schlimm, und meist ohne Krallen, aber doch die Aussage "Hey, so weit sind wir noch nicht!". ;-) Er ist dann selber auch immer erschrocken ein Stück zurückgewichen und hat mich dann verwundert angeschaut.

Ansonsten ist aber alles ok, und wir haben keine Probleme. Man kann fast schon von einem normalen Alltag sprechen. Ich kann inzwischen sogar mit freundlichen lobenden Begleitworten auf ihn zu bzw. an ihm vorbeilaufen; Richtung Fenster läuft er dann oft mit.

Seine "Du-machst-das-Futter-ich-warte-hier"-Haltung kann man auf dem einen Foto gut erkennen (mit dem Futternapf).Mittlerweile wurde die kleine Katzencouch auch gegen die große Couch getauscht, und auf dem Kratzbaum wird schonmal Gas gegeben (siehe Bilder). ;-)

Zusammen gespielt mit einem Weidegrashalm haben wir auch schon, auch wenn es ihm erst etwas komisch war, weil ja der Grashalm die Verlängerung der "bösen Hand" ist. Auch sonst ist er ein munterer Fliegen-etc-Jäger. :-)

Gestern musste er von unserem Grundstück vor einem streunernden Hund flüchten, aber nach ca. 1 Stunde (und großem Schrecken meinerseits) kam er zum Glück unversehrt nach Hause. Er hält sich zurzeit noch immer in Nähe der Wohnung auf, sitzt oft sehr gerne einfach auf der Fensterbank und schaut. Vorgestern kam er das erste Mal angelaufen, als er draußen nicht zu sehen war, und ich ihn vom Fenster aus rief. Ein schöner Moment. :-)

Liebe Grüße
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 26.06.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

vorgestern war es das erste Mal so weit: Als ich schlafen gehen wollte, war das Katerchen nicht auf der Fensterbank (Fenster war für ihn auf gewesen) - also auf Achse. Also habe ich mit Heizung auf Stufe 4 und doppelter Decke bei offenem Fenster geschlafen (zugegeben nicht sehr gut), bis er etwa vier Stunden später wohl behalten von der Fensterbank sprang. Langfristig wird er lernen müssen, dass das Fenster auch mal zu ist (er kann froh sein, dass er im Sommer bei mir eingezogen ist! -- oder kann ich froh sein!? ;-) ), aber für die erste Zeit soll es nach Möglichkeit für ihn doch immer auf sein, wenn er sich draußen aufhält. Bisher war das auch kein Problem, da er eigentlich sehr viel auf der Fensterbank sitzt, und noch nicht weit weg war.

Am nächsten Tag brachte er dann eine lebende Maus mit rein - die Freude war ganz meinerseits (...), aber ich habe ihn natürlich gelobt und bestärkt in dem, was er tat. Ich habe das Gefühl, dass er ganz viel nachholt (wir spielen nun auch fast jeden Tag mindestens einmal zusammen), und er anhand meiner (positiven) Reaktionen Feedback bekommt und wachsen kann. (In der Heilpädagogik heißt einer von mehreren Grundsätzen "Der Mensch wird am Du zum Ich" - das kann man meines Erachtens auch auf Tiere übertragen; es ist damit gemeint, dass der Mensch - bzw. das soziale Wesen - ein Gegenüber braucht, also soziale Kontakte, um wachsen zu können. Ein Mensch allein kann nie zu dem werden, was er ist, ohne soziale Gegenüber). Ich habe das Gefühl, dass er durch mich Selbstwirksamkeit erfahren kann. Das klingt jetzt sehr fachlich (und für manche vielleicht auch 'abgehoben'?), aber zum Beispiel die Male, wo ich in seinen Augen "zu weit" gegangen bin, und dafür einen Pfotenhieb kassiert habe. Ich hätte ihn auch ausschimpfen können, wegscheuchen o.ä. (mal ganz abgesehen davon, dass das natürlich kontraproduktiv gewesen wäre). Aber ich habe seine Reaktion akzeptiert und im Nachhinein verstanden. Er konnte und kann an mir 'lernen', dass Grenzensetzen z. B. durchaus erlaubt ist, wenn der persönliche Raum verletzt wurde. Man merkt an seinem ganzen Verhalten, dass er entspannter und - ja, auch ein wenig selbstbewusster wird. Nein, ich darf ihn nach wie vor nicht aktiv streicheln, und es gibt immernoch Situationen, in denen er kurz unters Bett flüchten muss, aber das ist echt selten geworden. Bzgl. des Selbstbewusstseins und Lernen von Grenzensetzen ein Beispiel: Anfangs ist er, wenn er draußen eine 'böse' Katze gesehen hat, schnell von der Fensterbank unters Bett gesprungen, ängstlich. Jetzt ist es so, dass er das immernoch macht bzw. zum Teil auch in der Wohnung herumläuft (also nicht unters Bett), aber dabei knurrt. Er kann seinen Ärger über die andere Katze, die ihn gerade stört oder geärgert hat, mittlerweile mitteilen, und das ist gut so!

Ups, da ist wohl eine kleine Abhandlung draus geworden... ;-)

Ansonsten schauen wir gerade, wer wen erzieht bezüglich Futter. Er ist der Meinung, dass er viiiel mehr und viiiel öfter und am liebsten nur das super-lecker-Futter haben muss, teilt das auch mit, und zieht alle Register im Schnurren und Beine-Umschmeicheln. ;-)

Wenn ich morgens wach werde und ihn - selber noch liegend - anspreche (= ihm einen guten Morgen wünsche ;-) ), kommt er fast immer zu mir ins Bett, um mich zu begrüßen. Liegend bin ich ihm noch etwas unheimlich, aber wenn ich mich aufsetze, schmust er erstmal eine Runde um mich herum. :-)

Ich habe noch zwei Literaturtipps für die, die es interessiert. Ich habe Kontakt mit Katzen seit nunmehr 25 Jahren und war schon der Meinung, dass ich ganz gut Erfahrung habe und zu den Katzen immer eine gute Beziehung aufbauen konnte. Dennoch erweitere ich immer gern meinen Horizont, und da Ricardo zum Teil sehr eindringlich und fordernd miaut (und ich das Gefühl hab, ihn nicht immer so wirklich zu seiner Zufriedenheit zu verstehen), habe ich bislang zwei Bücher gekauft, die beide empfehlenswert sind. Für Katzenfreunde stehen zum Teil bekannte Dinge drin, aber auch viele interessante Erklärungen, die so manchen Aha-Effekt hervorbrachten:

1) Gabriele Müller: Miau - Katzensprache richtig deuten
2) Monika Wegler / Gabriele Linke-Grün: Typisch Katze - Der Schlüssel zu Seele Ihrer Katze

In dem Sinne, ein fröhliches "Miau" ;-) und anbei noch ein paar Bilder von Ricardo und seiner Beute...

Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 29.06.2013

Hallo zusammen,

manchmal passiert ein oder zwei Wochen nicht viel Neues, und dann wieder Schlag auf Schlag.

Vorgestern noch schrieb ich von seiner ersten Maus, die er gefangen hatte.

Die letzten beiden Nächte traut er sich nun auch bei mir im Bett zu schlafen. (Bezüglich Katzen im Bett gibt es ja geteilte Ansichten, bei mir darf die Katze im Bett schlafen.) Also er lag nicht an mir dran, aber eben auf der anderen Betthälfte.

Heute Morgen das nächste "Highlight". Erstmal wurde ich gegen 7h geweckt - Frühstück!! Ich machte ihm dann das Fenster auf, und schlief weiter. Bis ich plötzlich mit einem Riesensatz angesprungen wurde. Ich wollte schon schimpfen und sagen, dass das jetzt doch ein Schritt zu weit war, als ich den Grund für die "Attacke" auf mich am Fenster flattern hörte....... Ja, neben der Maus nun auch der erste gefiederte Gefährte, der fröhlich in der Wohnung zerpflückt (und fast komplett gefressen) wurde. Vermutlich wollte Ricardo mir den letzten Anstoß geben, denn seit Tagen wollte ich schon längst gesaugt haben... ;-)

Liebe Grüße nach Obenheckenbach
Britta & Ricardo

Brief vom: 18.07.2013

Hallo liebes Eifelhof-Team,

nachdem Sie nun länger nichts von uns gehört haben, hier ein Update zu Ricardos und meinem Zusammenleben:

Wo fange ich an? ;-)

Also, er hat jetzt einige Male schon bei mir im Bett geschlafen. Manchmal kam er auch erst nachts dazu. Nachdem er die ersten beiden Male immer auf der anderen Seite geschlafen hat, legt er sich seit ca. einer Woche nun auch manchmal an meine Füße (auf dem Bild mit der rosa Bettwäsche kann man das gut sehen). Einmal hat er sich sogar kurz zu mir gelegt, als wir beide wach wurden und ich mich aufgesetzt hatte (siehe Bild), aber in solchen Momenten darf ich mich dann (noch) nicht viel bewegen, weil er sonst direkt wieder vom Bett springen würde.

Er ist aber alles in allem viel entspannter geworden. Mittlerweile schläft er auch "offen" auf der Couch oder dem Bett, und ich kann hier ganz normal meinem Alltag nachgehen. (Ok, währenddessen saugen wohl eher nicht ;-) aber ihn stört es immer weniger, wenn ich dann durch die Wohung laufe und Dinge tue. Anfangs ist er dann immer aufgesprungen, die nächste Stufe war, dass er liegen blieb, aber immer wieder hochschaute zu mir, wenn ein Geräusch kam, und inzwischen kommt maximal ein Blinzeln.)

Wie entspannt er ist, sieht man auch gut auf den beiden Fotos mit dem Einkaufskorb (gerade eben entstanden). Auf dem einen putzt er sich weiter, während ich an meiner Tasche zugange bin. Auf dem anderen läuft er ganz cool zwischen den Einkäufen durch. Er wird auch immer neugieriger, schnuppert mal hier, mal da dran (z. B. Einkaufskorb).

Letzte Woche hatte ich ein paar Frühdienste am Stück, was bedeutet: 5 Uhr aufstehen und dann natürlich auch Katzenfrühstück um 5. Am Folgetag musste ich erst später aufstehen, aber Katerchens Uhr war ja nun programmiert. Also wurde ich gegen 5 Uhr wach, weil neben meinem Kopf im Bett ein schnurrender Kater saß, der mir sagen wollte, dass ich doch jetzt aufstehen müsste. ;-)

Vor kurzem habe ich ihm mal eine Knabberstange angeboten (diese weichen). Erst war er irritiert, weil: (Nicht mehr ganz so) böse Hand + ungewohnter Geruch = komisch. Einmal probiert - seitdem versessen danach! ;-) Er kriegt nun fast täglich eine Stange, Stück für Stück aus der Hand.

Diese positive Verknüpfung mit der Hand hat sicher auch dazu beigetragen, aber auch vorher schon konnte ich mich langsam in Richtung "streicheln" vortasten. Am Anfang war es ja immer nur der Schwanz, den ich entlang fahren durfte, wenn er um meine Beine schmuste und gerade von mir wegging. Dann hat die Hand mal am hintersten Stück vom Rücken / Popo angefangen, um dann in einem über den Schwanz zu gehen. Dann war es die Mitte des Rückens, dann ab dem Nacken, und inzwischen kann ich sogar vom Kopf über den ganzen Rücken bis zum Schwanzende streicheln. Wichtig ist ja, dass man jeden Schritt immer nur soweit geht, wie die Katze (das Pferd, der Hund, ...) es noch gerade aushalten kann. Irritiert gucken ist ok, aber erschrocken weglaufen oder zuhauen - dann wäre es ein Stück zu viel gewesen für den Moment. Für dieses "Feintuning" muss man die Katze sehr gut beobachten, darf aber auch nicht zu viel Angst haben (z. B. vor einem Pfotenhieb), weil man die Unsicherheit ja auch immer ausstrahlt. Bei mir hat das Gefühl / die Intuition eigentlich immer ganz gut funktioniert, was gerade geht, und was eben noch nicht. Und wenn er mal erschrocken geschaut hat, hab ich einfach ganz lustig und fröhlich mit der gleichen Stimme wie immer sowas gesagt wie "Hui, was war das denn? Mensch, die böse Hand, was hat die denn gemacht!?" ;-)

Das beschriebene Streicheln geht momentan nur, wenn er selber schnurrend um mich rumschmeichelt und ohnehin in Bewegung ist. Sprich, ich kann nicht aktiv auf ihn zugehen und ihn mit der Hand streicheln. Aber das ist doch schonmal ein toller Erfolg, und wer weiß, was noch kommt. Meine Haltung war ja ohnehin von Anfang an: Alles kann, nichts muss. :-)

Liebe Grüße

Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 19.08.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

wir wollen uns mal wieder melden. :-)

Ricardo geht es gut soweit, und er entwickelt sich stetig weiter.

Mittlerweile musste er schon dreimal Besuch "ertragen", was er aber gut gemeistert hat. Anfangs verschwand er noch ganz unterm Bett und schaute höchstens ängstlich, ob der unheimliche Gast noch da ist. Beim dritten Besuch vor zwei Tagen schien er eher genervt vom ganzen Gequatsche und davon, dass wir auf "seiner" Couch saßen. Er lag nach anfänglicher Scheu fast die ganze Zeit auf der Fensterbank und schaute raus. Als es ihm zu viel wurde, sprang er einfach raus und hielt sich dort auf ("Endlich Ruhe!"). Als ich ihn später rief, kam er dann auch brav.

Zwischenzeitlich war ich auch mal ein Wochenende verreist und fuhr mit gemischten Gefühlen. Meine Mutter versorgte ihn zweimal am Tag, und er blieb während der drei Tage drinnen. Ich wusste nicht, ob ihn die neue Situation vielleicht verstören würde o.ä. Sie war der erste der drei erwähnten Besuche. Als sie das erste Mal in der Wohnung stand, und er sie bemerkt hatte, knurrte er (aus Angst) und versteckte sich unterm Bett. Ich glaube aber, dass er es einfach nicht mitbekommen hatte, dass sie in der Tür stand, und dann völlig erschrocken und perplex war, als der fremde Eindringling ihn plötzlich anschaute. Vor meiner Abreise war sie noch zweimal da gewesen, damit er sich an ihre Stimme gewöhnen konnte, und er nahm zumindest in Entfernung die geliebte Knabberstange von mir. Am ersten Tag der Versorgung ließ er sich wohl nicht wirklich blicken, aber am letzten Tag saß er sogar neben dem Bett auf seinem runden Teppich und putzte sich, während in der Küche das Futter vorbereitet wurde. Als ich bei meiner Rückkehr wieder zur Tür rein kam und ihn ansprach, konnte man das große Fragezeichen über seinem Kopf förmlich sehen, und es brauchte ca. eine halbe Minute, bis er registriert hatte, dass ich es wieder war. Dann war aber alles ok, und er war weder eingeschnappt noch klammernd.

Nachdem er eine ganze Zeit lang nicht mehr gern raus gegangen war, weil er öfter auf die andere Katze auf dem Hof traf, und dann lieber wieder reinhuschte, bzw. weil es öfter zu Konfrontationen an "seinem" Fenster gab, haben wir vor zwei Wochen "gemeinsame Ausflüge" auf den Hof gemacht. Ich kam mir dabei wirklich vor wie eine Katzenmama, die ihrem Jungen die große weite Welt zeigt. Er kam auf meine Lockrufe auch fröhlich mit, trabte neben mir her, schmeichelte im Laufen um meine Beine. Ich hatte den Eindruck, dass er froh war, dass ich als "Beschützer" mit draußen war. Er erkundete ein paar Ecken, wir gingen nebenan auf die Schafwiese (momentan unbewohnt), und er stöberte etwas herum. Ich musste sehr lachen, als er sich von einem tief fliegenden, laut schnatternden Vogel erschrecken ließ und im gestreckten Galopp in die Wohnung flüchtete. ;-) Inzwischen trennt er sich auch wieder mehr von mir draußen und geht auch schon mal wieder alleine raus.

Das Streicheln geht immer besser. Zwar nicht von vorne (nur wenn ich hinter ihm stehe und er mit dem Rücken zu mir steht), aber er kennt es nun und mag es meist auch für kurze Zeit. Ich kann nun auch schonmal mit beiden Händen gleichzeitig rechts und links am Körper entlangstreicheln, oder auch nicht nur oben auf dem Kopf streicheln (von hinten), sondern auch schon mal ein kleines bisschen seitlich. Ansätze von Kraulen sind ihm (noch) unheimlich, fühlt sich wohl eher an wie Krallen für ihn.

Er traut sich jetzt aber auch mehr und mehr "Köpfchen zu geben". Wenn ich mich nach dem Schlafen im Bett aufstütze und er zur Begrüßung ins Bett kommt, schmust er an meinem Kopf. Ich darf mich dann - klaro - nicht viel bewegen, und schon gar nicht "mitschmusen", habe auch anfangs nicht gesprochen und die Augen zugehalten, aber wie gesagt, er macht es zurzeit fast jeden Morgen und ganz ausgiebig.

Vor anderthalb Wochen hatten wir Besuch von einer Tierheilpraktikerin. Vorrangig hatte ich wegen seines Augenausflusses um einen Termin gebeten, aber zunächst bauen wir nun mit Bach-Blüten sein Selbstvertrauen ein wenig auf und Ängste ab. Natürlich weiß man nicht, ob er sich auch ohne die Globuli seitdem so verhalten / entwickelt hätte, wie er es getan hat, aber ich habe schon das Gefühl, dass sie ihm gut helfen.

Ja, ansonsten ist er ein kleiner Insektenschreck. Er ist ja ein unheimlich guter Jäger und hat riesen Spaß daran. Als Zwischenmahlzeit dienen schon mal ein Schmetterling, eine Fliege oder eine Spinne (wobei die langen Beine nicht wirklich zu schmecken scheinen ;-) ).

(Mindestens) zweimal am Tag wird ausgiebig mit einem Weidegrashalm gespielt. Dabei hat er großen Spaß und gute Ausdauer.

Liebe Grüße

Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 24.09.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

je länger ein (scheues) Tier bei einem ist, umso größer werden die Abstände zwischen den "Meilensteinen" - geht am Anfang doch vieles Schlag auf Schlag. Aber die seltener werdenden "Meilensteine" sind nach meinem Gefühl dafür umso aussagekräftiger bzw. nachhaltiger. Hier sind unsere neuesten Entwicklungen :-) ...

Beim letzten Mal schrieb ich ja noch, dass er zaghaft Köpfchen gibt, aber nur, wenn ich mich nicht bewege, und auch nur im Bett in einer bestimmten Position. Inzwischen ist dies das tägliche Guten-Morgen-Ritual, und ich darf mit dem Kopf auch kräftig mitschmusen. Es ist sogar nun so, dass wir uns auf diese Art und Weise auch auf dem Fußboden begrüßen, wenn ich nach Hause komme. Es wird geschnurrt und geschmust ohne Ende.

Sowieso ist Ricardo (Spitzname Bärchen / Bärli :-) ) ein äußerst kommunikatives Tier. Er schnurrt sehr oft, eigentlich immer, wenn er in Schmuselaune ist oder um die Beine streicht, wenn er etwas zu Fressen haben möchte. Er antwortet immer, wenn ich ihn anspreche, oder wenn er mich beobachtet hat und ich dann etwas zu ihm sage. Er hat ohnehin einen sehr großen Mitteilungsbedarf. :-) Wenn er die Fensterbank runterspringt -- miau. Bevor er aufs Klo geht -- miau. Er kommentiert sehr viel von dem, was er macht. Naja, und halt auch so die ganze Zeit, wenn wir in Kontakt sind. Es sind richtige Unterhaltungen, und je mehr ich seinen aktuellen Miau-Ton imitiere, umso betonter und eindringlicher wird sein nächstes Miau. :-)

Ja, seit ich die Wolldecke mit im Bett hab, hab ich "gewonnen". ;-) Das war so ein richtiger Türöffner. Er liebt die kuschelige Wolldecke, schnurrt und macht Milchtritt darauf. Erinnert ihn wohl an seine Mama bzw. andere Artgenossen. So schläft er zurzeit jede Nacht an der Seite meiner Beine. Manchmal sitzt er sogar ca. um die Schlafensgehzeit vorm Fußende, als wolle er sagen "Komm große Katze, ich will schlafen, leg dich schon hin". :-) Er hat sich nun auch besser dran gewöhnt, dass ich nicht die ganze Nacht in nur einer Position liege (anfangs war er dann immer total erschrocken vom Bett gesprungen). Einige Tage hatte er ziemlich genau um 03:30 Uhr das Bedürfnis, nun schmusen zu wollen, und zwar mit Schnurren und Köpfengeben und überhaupt. Das hat sich zum Glück momentan wieder gelegt, denn klar freue ich mich über seine Zuwendung, aber nicht um die Uhrzeit. ;-)

Ein paar Mal schon merkte ich nachts bzw. frühmorgens, dass er sich direkt an meinen Kopf gelegt hatte und leise vor sich hinschnurrte. Echt süß. Manchmal kommt dann auch vorsichtig ne Pfote, die sich sanft auf den Hals oder an den Kopf legt. Einmal hab ich ne ungewollte Kopfhautmassage bekommen - sprich Milchtritt vom feinsten - (im Schlaf!) - autsch. Aber was will man machen? Man hält es ja doch mit schmerzverzerrtem Gesicht aus, wenn das Katerchen das erste Mal weitere Annäherungsversuche startet, um ihn nicht zu verschrecken.

Er zeigt mehr und mehr seinen wirklichen Kern und ist tief drinnen ein ganz freundlicher, artiger Kater, der versucht immer das beste aus seiner Situation zu machen und sehr kontaktfreudig ist.

...und auch schonmal ein Lümmel. --> Siehe Bilder aus der Küche. Ich habe dort ein Drahtseil mit Postkarten hängen. Seit geraumer Zeit hat ihn die untere Kugel (= Gewicht des Seils) schon magisch angezogen, bis er irgendwann anfing, mit der Pfote dagegen zu baumeln. Es ist für ihn mittlerweile eine Art Ritual, während ich sein Futter mache (sonst macht er es auch nicht). Ich muss gestehen, je nach eigener Verfassung schwanke ich zwischen Verstand ("Das ist wohl eine Art Übersprungshandlung, weil er nicht warten kann, bis das Futter endlich da ist"), Humor ("Ok, das ist sein Autismus") bis hin zu verbalen Emotionen: "Bärli! Jetzt hör auf damit!". Er versteht es genau... ;-)

Dieses Spiel mit dem Drahtseil, aber auch zum Beispiel sein geschicktes und fleißiges Insektenfangen und seine große Spielfreude, haben in mir die Frage aufkommen lassen, ob er vielleicht an 'Tricks' Spaß hätte, weil er mir sehr pfiffig erscheint. So üben wir spontan seit wenigen Tagen relativ 'freestyle' erste Ansätze von Tricks. :-) Dass er an das Leckerchen kommt, wenn er die Klopapierrolle umstupst, hat er fast unverschämt schnell verstanden. ;-) Das lässt auf weitere Kunststückchen hoffen. Habe mir als Anregung ein Clickerbuch gekauft, werde aber sehen, was ihm Spaß macht und wofür er (schon) bereit ist.

Ja, der Punkt, der wohl viele interessiert - das Anfassen / Streicheln: Ich sehe weiterhin große Fortschritte. Ich kann nach wie vor nicht einfach zu ihm gehen und ihn anfassen und von vorne streicheln, auch wenn er gerade in Schmusi-Laune ist; das geht (noch) nicht, aber ansonsten wird's besser. Ich kann z. B. unterm Bauch langstreichen, an der Seite vom Kopf (von hinten alles), und auch vorsichtiges Kraulen kann er ein bisschen genießen. Manchmal bleibt er sogar stehen oder reckt das Köpfchen in die Höhe, um weiter gestreichelt zu werden. Das wird schon alles. Immerhin ist er 'erst' gut 5 Monate hier, und wenn man seine Vorgeschichte bedenkt...

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße von

Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 04.10.2013

Liebes Team vom Eifelhof,

Ricardo überrascht mich immer wieder.

Zunächst der unangenehme Teil der Geschichte: Leider war er von letzter Woche Dienstag bis diese Woche Montag krank. Er hatte irgendeinen Infekt in sich / Erkältung / Zug bekommen / was auch immer. Auf jeden Fall hat er immer weniger gefressen, nur noch die Soße geschlabbert, und nachher nur noch Milch angenommen. Er war total matt und hat fast die ganze Zeit geschlafen. Hinzu kamen dann auch noch Heiserkeit, warme Öhrchen und eine zugeschwollene Nase - somit auch kein Geruchssinn. Selbst die geliebten Knabberstangen wollte er nicht, und das war schon ein Zeichen. :-(

Samstag ging es ihm dank homöopathischer Mittel über die Milch deutlich besser. Sonntag dann nochmal ein Rückschlag, wo ich doch recht verzweifelt war. Er hat nur geschlafen, den ganzen Tag gar nichts zu sich nehmen wollen, somit auch keine homöopathischen Medis. Nach diesem für mich emotional anstrengenden Tag (weil ich ihm ja direkte Behandlung durch einen Tierarzt - sei es hier oder in einer Praxis - möglichst ersparen wollte, es aber schon darauf hinauslaufen sah), nahm er Montagmorgen zum Glück wieder seine Mittelchen mit ein bisschen Milch ein, und von da an ging es bergauf. Er ist jetzt auch wieder gesund und "der Alte" - zum Glück!

Montagabend hatten wir ohnehin einen Follow-Up-Termin mit der Tierheilpraktikerin, was so gesehen ja sehr gut passte. Den Montag über hatte er sich schon wieder fast regeneriert, sodass er abends fast wieder gesund war. Beim ihrem ersten Besuch Anfang August war er noch sehr schüchtern und misstrauisch. Nun saß er ganz entspannt auf seiner Fensterbank, ließ sich nicht stören und gab zwischendurch seinen Kommentar zu unserer Unterhaltung ab. Wir waren schon so gut wie durch, als er in unsere Richtung kam und dann sogar freiwillig an ihren Füßen und ihrem Köfferchen auf dem Fußboden schnupperte. Das hat mich total erstaunt, wie mutig er doch inzwischen ist. Sie hat sich dann noch auf den Boden gehockt, und er ließ sich sogar kurz von ihr in ihre Nähe locken, strich einmal um sie herum, und ging dann aber doch lieber wieder einen Meter weg. Das hätte ich nicht erwartet, also dass er von sich aus auf fremde Menschen in unserer Wohnung zugeht und sich sogar ansatzweise von ihnen streicheln lässt. :-)

Was mir außerdem aufgefallen ist: Wenn auf der Auffahrt laute / ungewohnte Geräusche sind, springt er inzwischen immer direkt aufmerksam auf die Fensterbank, um zu schauen, was da los ist. Bis vor einiger Zeit hat er eher verschreckt geguckt bzw. ist unters Bett geflüchtet. Auch wieder ein Fortschritt. :-)

Zum Schluss noch eine Buchempfehlung für alle Katzenfreunde (und natürlich auch alle anderen): "Bob der Streuner" von James Bowen. Aktuell in den Bücher-Charts. Eine wahre Geschichte mit ganz viel Katzenseele, die einfach nur toll zu lesen ist.

Viele Grüße von

Britta & Ricardo

Brief vom: 21.10.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

ein kurzes Update, das in meinen Augen noch einmal kleine Entwicklungsschritte vom Bärli zeigt:

Gestern Abend kam ich nach Hause und unterhielt mich vorm Reingehen noch auf der Einfahrt mit meinem Vermieter. Unmittelbar vor meinem Fenster, das einen Spalt auf war. Das Katerchen war wohl drinnen gewesen und hatte geschlafen. Irgendwann im Gespräch kam er nach draußen auf die Fensterbank, setzte sich völlig entspannt hin und miaute kurz. Klingt vielleicht nicht so spektakulär, aber dass er freiwillig rauskommt, wenn ich mit einem für ihn eher fremden Menschen spreche, und er sich noch mehr oder weniger ins Gespräch einklinkt, finde ich schon toll. :-)

Die zweite Überraschung kam am gleichen Abend. Es war ca. 21:30 Uhr, er lag zum Schlafen auf dem Bett, ich saß auf der Couch und schaute etwas fern. Ich muss dazu sagen, dass ich sonst immer sehr viel in der Wohnung hin- und herwusel, aber da saß ich tatsächlich längere Zeit recht ruhig auf der Couch. Irgendwann kam er zur Couch, sprang hoch, legte sich neben mich, und schlief weiter. :-) Ich dürfte ihn dann (noch) nicht aktiv streicheln - ich sitze ja viel höher als er, und er liegt und ist in einer schwachen Position, außerdem käme die Hand dabei eher von vorn, was ihm nach wie vor nicht geheuer ist. Aber es war das erste Mal, dass er zu mir auf die Couch kam, und völlig entspannt neben mir schlief, selbst bei kleinen Bewegungen meinerseits.

Langsam erweitert sich auch sein Erkundungsradius draußen. Bislang war er immer in Sichtweite, nie mehr als max. 15 Meter von der Wohnung entfernt. Zuletzt sah ich, wie er auf der anderen Straßenseite am Gartenzaun der Bäuerin schnupperte, weil er dort immer andere Katzen gesehen hat. Er macht insgesamt einen sehr ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck und wird immer selbstsicherer, auch draußen.

Liebe Grüße

Britta & Ricardo

Brief vom: 13.11.2013

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

anbei zwei Bilder, die zeigen, dass Ricardo in seinem ganz eigenen Tempo immer zutraulicher wird.

Es passiert zwischendurch noch manchmal, dass ich beim schmusen (Köpfchengeben) plötzlich eine Pfote abbekomme. Das beruht aber jedes Mal auf einem körpersprachlichen Missverständnis. Ich habe festgestellt, dass er auf solche Signale sehr sensibel reagiert. Wenn eine Katze unsicher und kurz vorm "Hauen" ist, weicht sie für einen kurzen Moment zurück (er sitzt meistens und verlagert dann sein Gewicht etwas weg von mir, um die Pfote "freizumachen"). Wenn ich unabsichtlich bei unserem gemeinsamen Schmusen den Kopf eine Nuance zu hoch halte oder unbewusst ein Stück nach hinten rücke (das kann ein Millimeter sein), ist er direkt in Hab-Acht-Stellung, und das eine oder andere Mal musste er sich in seiner Unsicherheit "verteidigen". Also auch ich lerne von ihm ganz viel. :-)

Draußen ist er mittlerweile ziemlich souverän, aber dabei immer freundlich und höflich, also kein Draufgänger.

Drinnen bei mir ist er nach wie vor sehr zugewandt und kommunikativ. Er braucht ganz viel Körperkontakt, schläft fast jede Nacht im Bett, oft auch direkt an meinen Kopf gekuschelt, schmust und schnurrt ohne Ende, wenn er einmal dran ist, und kann das Streicheln inzwischen noch mehr genießen (auch hier wieder nur, wenn die Hand so-und-so streichelt und ich mich in der-und-der Position zu ihm befinde).

Was sehr schön klappt (und mich unheimlich erleichertert) ist das Rausgehen. Also das Rausgehen an sich. Mittlerweile kann er sehr entspannt auf der Fensterbank sitzen bleiben, wenn ich komme, um ihm das Fenster aufzumachen. Auch das Rein-Raus-Lassen nachts (bevorzugt zwischen 3:30 und 7:00 ...) klappt gut und er huscht ganz entspannt rein und raus, wenn ich das Fenster aufhalte.

Vor ein paar Wochen hatte ich ihn auch das erste Mal (mit gemischten Gefühlen) draußen gelassen, als ich für 2 Stunden unterwegs war. Sprich, das Fenster und auch die Tür waren zu, und er konnte nicht rein. Erfreulicherweise klappte das sehr gut, und er kam, als ich ihn rief, total freudig (und auch ein bisschen erleichtert, glaube ich), angelaufen, maunzte und schmuste um mich herum. Da zu dem Zeitpunkt die letzten warmen Tage waren, und Herbst und Winter bevorstanden, wollte ich es zu einem optimalen Zeitpunkt langsam trainieren, dass das Fenster eben leider nicht immer rund um die Uhr auf sein kann. Optimal war es, weil keiner im Haus war, die Vermieterkatze auch drinnen war, ich nicht so lange weg musste, und das Wetter total angenehm und friedlich war. Seit diesem ersten, positiven Mal war es bisher noch 2, 3 Mal der Fall, dass er draußen warten musste, und inzwischen habe ich sogar das Gefühl, verknüpft er mein Auto mit mir, denn beim letzten Mal kam er, ohne dass ich rufen musste, freudig angelaufen. : -)

Viele liebe Grüße von
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo

Brief vom: 05.12.2013

Neues vom Schmuse-Bärli

Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 19.03.2014

Hallo liebes Team vom Eifelhof,

es ist kaum zu glauben, aber der Bärli ist nun fast schon ein Jahr bei mir! (4 Wochen fehlen noch)

Anbei einige Bilder, auf denen er verschiedene Schlafplätze und -positionen ausprobiert hat. ;-)

Inzwischen - bei dem herrlichen Wetter - ist er aber sehr viel draußen und ist dort mittlerweile auch 'angekommen' und relativ entspannt. Zuletzt saß er im halbhohen, noch kahlen Apfelbäumchen, kam aber leider nicht an die Vögelchen heran, die weiter oben verlockend zwitscherten. ;-)

Auf dem einen Bild kann man sehen, dass er inzwischen auch gerne schonmal von sich aus zu mir auf die Couch kommt, dann vor sich hinschnurrt, und sich auch streicheln lässt. Es wird immer "normaler" bei uns beiden, auch wenn er sicher immernoch nicht mit einer 'normalen' Katze vergleichbar ist. Aber er hat sich in dem Jahr schon toll entwickelt, und ich bin mir sicher, dass da noch viel Platz nach oben ist. :-)

Liebe Grüße von
Britta & Ricardo

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 20.10.2014

Liebes Team vom Eifelhof,

lange haben Sie nichts mehr von uns gehört. Ereignisreiche Zeiten liegen hinter uns. Zudem war ich unsicher, ob soviel Post noch erwünscht ist, da seit März keine Aktualisierung auf der Katzenseite erfolgt ist und unsere letzten ein oder zwei Mails auch nicht mehr dort aufgenommen worden sind. Vielleicht haben Sie aber einfach auch nur sehr viel mit den Tieren bei Ihnen und dem Alltag zu tun, dass Homepage-Aktualisierungen (in Bezug auf vermittelte Tiere) hintenan stehen, was ich gut verstehen könnte.

Ja, der kleine Bärli... Ich weiß nicht, womit er das verdient hat. 2014 ist gesundheitlich nicht sein Jahr...

Im Mai / Juni bekam er eine Verfärbung in den Augen, die sich, um es kurz zu machen, als Autoimmunerkrankung heraus stellte. Wir waren in einer speziellen Augenklinik, wo Test auf Herpes und eosinophile Keratitis (was man nicht alles lernt...) negativ waren. Er blieb im Anschluss 5 Tage stationär bei unserer Tierärztin, um ihn anzutherapieren. Die Autoimmunerkrankung tobte, sodass ich ihn wochenlang (es waren sogar 2 oder 3 Monate insgesamt) mehrmals täglich salben musste. Fragen Sie mich nicht, wie, aber irgendwie haben wir es hinbekommen, und es klappt unterm Strich gut! Anfangs 6x täglich! Dann schrittweise Reduktion, sodass wir zuletzt bei 1x täglich waren (ich konnte mein Glück kaum fassen und wusste mit der ganzen freien Zeit erstmal gar nichts anzufangen - kein Druck "In zwei Stunden musst du wieder zuhause sein zum Salben"). Seit kurzem reduzieren wir auf alle 2 Tage. Die angehängten Bilder zeigen ihn in der gruseligsten Zeit - inzwischen sind seine Augen wieder herrlich grün-gelb, und beim letzten Kontrolltermin in der Augenklinik sah es sehr gut aus.

Auf den Bilder sieht man - das fällt mir gerade nebenbei auf - noch den Faden an seiner Nase. Es hatte sich eine kleine schwarze Kruste an der Nase entwickelt, die sich nach Biopsie als Tumor herausgestellt hatte. Zum Glück kein bösartiger.

Als wäre das alles, plus einem Abszess an der Schwanzwurzel nach Katerkampf (er hat sein kleines Revier hier inzwischen recht souverän etabliert :-) ), nicht schon genug, riss uns ein großer Schock vor 6 Tagen aus dem schönen Alltag: Der Bärli kam abends rein, setzte sich neben mich auf die Couch - und er hatte keinen Schwanz mehr.

Es hing nur noch ein kurzer Stummel mit Fell dran sowie blanker blutiger Knochen. Ein schreckliches Bild. Direkt zur Tierärztin gefahren (21:30), und am nächsten Morgen OP. Nach 3 weiteren stationären Tagen ist er nun seit Mittwoch wieder zuhause. Die ersten beiden Tage war er völlig abgeschaltet und erschöpft, Futter verweigert usw. Also püriert mit Spritze gefüttert (er musste ja auch seine Tablette haben), das ging ganz gut. Freitagmorgen hat er mich dann schon etwas wacher angeschaut (hatte ihm den Tag zuvor Rescue-Tropfen gegeben), und er hat zum Glück ein bisschen aus der Hand gefressen. Auf der einen Seite ist er, was Krankheit und Eingeschränktsein angeht, sehr sensibel, und verweigert dann anfangs und zieht sich in sich zurück. Auf der anderen Seite ist er ein ganz tapferer Kerl, der das alles ganz toll meistert. In solch schwierigen Situationen merke ich immer wieder die stabile Basis, die wir seit seiner Ankunft bei mir aufgebaut haben, und das macht mich ungemein glücklich und auch ein bisschen stolz. Meine Freundin sagte, wie bemerkenswert sie es findet, dass er direkt nach dem Unfall zu mir gelaufen kam (also reingelaufen kam und neben mir auf die Couch gesprungen ist). Auch genießt er in dieser schweren Zeit nochmal mehr meine Nähe. Er liegt dann stundenlang neben mir, lässt sich ewig streicheln und schnurrt fast die ganze Zeit, bis er irgendwann einschläft.

Wie es passiert ist, wissen wir nicht, und ist auch müßig zu spekulieren. Glück im Unglück ist, dass - sollte es ein Autounfall gewesen sein - Becken und auch Blase heil geblieben sind.

Nun schauen wir nach vorne und machen das beste daraus; ändern können wir es sowieso nicht mehr.

Er hat in den letzten anderthalb Jahren schon so viele Symptome gezeigt, dass ich den Eindruck habe, er musste in der Zeit davor alles unterdrücken, um überleben zu können. Jetzt, wo er einen sicheren Platz hat, darf und muss alles raus. Zum Teil kommen Symptome, die er anfangs hatte, gar nicht wieder (z. B. hatte er ja sooo viel geniest, teilweise auch mit Rotz, was jetzt überhaupt nicht mehr vorhanden ist). Homöopathische Begleitung hilft ihm sicher auch, ein Symptom nach dem anderen umwandeln zu können. Es wirkt tatsächlich so, als käme aus der Tiefe seiner Seele eins nach dem anderen hervor. Auch hatte er mal eine Zeit, in der er häufiger erbrochen hat, was jetzt aber auch überhaupt nicht mehr ist. Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie Körper und Seele zusammenspielen...

Ich schicke aus der aktuellen Zeit nur ein Bild mit, wo er den ersten Tag wieder zuhause war und erschöpft geschlafen hat. "Ganze" Bilder von ihm wird es erst wieder geben, wenn er wieder auf den Beinen und der Operationsbereich behaart ist. Ich bin mir sicher, ihm ist es lieber so...

Viele Grüße

Britta & Bärli

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo

Brief vom: 07.06.2015

Liebes Team vom Eifelhof,

Bärli und ich haben aufregende Tage hinter uns. Wir sind umgezogen (Adresse folgt mit separater Mail).

Auch wenn sich unsere Bindung weiter gefestigt hat und er immer schmusiger wird und nun auch manchmal für kurze Zeit auf dem Schoß liegt, um sich kraulen zu lassen, wusste ich so gar nicht, wie er den Umzug verkraften wird. Ich war schon vom "worst case" ausgegangen und habe mit dem Schlimmsten gerechnet, nämlich, dass er wieder einige Tage erstmal nur unter dem Bett hocken würde, wie am Anfang, als er zu mir kam.

Der kleine Katermann hat mich wieder mal eines Besseren belehrt. Ich muss sagen, er hat es total toll gemacht und ich bin ziemlich stolz auf ihn!

Er war der Erste, der umziehen musste, um aufgrund der Umzugshelfer und dem Durcheinander nicht Angst zu bekommen und womöglich noch stiften zu gehen. Er hat dann den Umzugstag über in der Küche der neuen Wohnung verbracht mit allem, was er braucht. Dort gibt es ein Fenster, und die Küchentür hat auch klares Fensterglas, sodass er mitbekommen konnte, was vor sich geht. Allerdings hat er bis abends lieber in seiner Höhle gelegen und wollte nichts sehen und hören.

Als langsam Ruhe einkehrte und ich alleine war, lugte er doch vorsichtig um die Ecke und musste erstmal auf's Klöchen. Er ist dann langsam, aber ziemlich mutig, umhergelaufen und hat sich alles vorsichtig angeschaut, wieder und wieder. Die erste Nacht hat er viel bei mir im Bett geschlafen. Das erste Foto (Tag1_a) zeigt ihn bereits am nächsten Morgen, 09:43 Uhr, auf einer der vielen Fensterbänke. Die Bilder sind alle einen bzw. drei Tage nach dem Umzug aufgenommen. Wenn man manche Fotos so anschaut, entsteht fast der Eindruck, als wäre er nie woanders gewesen. :-)

Auch hat er mich wieder mal sehr überrascht! In der alten Wohnung ist er, sobald fremde Menschen / Besuch in die Wohnung kamen, entweder hinter oder unters Bett geflüchtet, oder direkt raus, wenn das Fenster auf war.

Gestern waren meine Mutter und ihr Mann noch da, um in der Küche zu helfen. Bärli lag im Schlafzimmer auf der Fensterbank, und hat die ganze Zeit tiefenentspannt geschlafen. Keinerlei Fluchttendenzen. Als abends mein Vermieter kurz in die Wohnung kam und wir im Wohnzimmer standen, kam er sogar neugierig in der Flur und schaute sich, zwar aus der Ferne, aber ohne sichtbare Angst oder Anspannung, den Besucher an. Wirklich sehr schön.

Ich bin sehr erleichtert, dass (bisher) alles so gut geklappt hat und er das so toll macht.

Viele Grüße
Britta & Bärli

Ricardo Ricardo Ricardo Ricardo