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Jaka

Post von Jaka: 08.05.2017, 5 Brief(e)

Springer Spaniel, Hündin, geb. ca. Jan. 2011, Größe ca. 48cm

Die Springer Spaniel -Hündin Jaka haben wir gemeinsam mit ihrem Bruder Zivo von einer kroatischen Tierschutzorganisation übernommen. Auf ihrem Lebensweg, der bisher jedoch vielmehr ein Weg des Leidens war, wurde der Eifelhof für die Beiden zur ersten wirklich sicheren Station. Als sie zu uns kamen, waren sie gezeichnet von der Angst, der Unsicherheit und der Not, die ihr Leben von Anfang an begleitet hatte.

Orientierungslos und hektisch waren sie permanent in Bewegung, getrieben von einer unvergleichlichen inneren Unruhe. Aktivität liegt ihnen rassebedingt im Blut, keine Frage. Doch gerade, wenn sich eben jene Gene schicksalhaft mit unwürdigen, traumatischen Erfahrungen kombinieren, entstehen daraus Leidensgeschichten von besonderer Tragik. Immer dann, wenn ein Lebewesen am falschen Ort geboren wird. Und von ihnen gibt es viele. Immer wieder viel zu viele. So wie Jaka und Zivo, deren Leben bei einem kroatischen Jäger begann. Als nicht respektierte Gebrauchsgegenstände angesehen, führten sie ein Dasein in Mangel und Leid. Dabei fehlte es ihnen an allem, was ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse annähernd hätte befriedigen können. Die größte Qual war dabei aber für diese beiden bewegungsfreudigen jungen Hunde, ganz sicher ihr fast permanentes eingesperrt sein - das noch dazu gemeinsam in einer engen dunklen Box. Dass sie diesen Ort schließlich verlassen konnten, verdanken die Beiden der Tatsache, dass sie r echt schnell als "nicht jagdtauglich" befunden wurden. Doch damit nahm ihre Geschichte noch keinesfalls eine Wende zum Besseren, ganz im Gegenteil, wurden Jaka und Zivo doch deshalb an eine Tötungsstation übergeben. Die Angst und Verunsicherung der Beiden wuchs so stetig weiter und wurde für Jaka gekrönt durch die Geburt ihrer Welpen. Durch die vorausgegangene gemeinsame Unterbringung der beiden nicht kastrierten Hunde, durfte dies wohl kaum verwundern, wurde für die junge und sehr sensible Jaka aber zu einer weiteren traumatischen Erfahrung. Bedingt durch das extrem hohe körperliche und seelische Stresspotential, kamen ihre Babys tot zur Welt. Jakas Verunsicherung kannte in dieser tragischen Situation nun kaum noch Grenzen, doch genau sie leitete endlich den alles entscheidenden Richtungswechsel des Schicksals der beiden Hunde ein. Verängstigt und verstört wurden sie von Tierschützern vor Ort in der Tötungsstation gesehen und spontan in deren Tierasyl mitgenommen. Auch wenn das alleine noch längst nicht alle s war, was Jaka und Zivo wirklich brauchten und wonach sie sich sehnten, so wurde es doch zu ihrer (ersten) Rettung. Zumindest ihr Überleben war so zunächst sichergestellt. Auf ihrem Lebensweg hatte die Beiden ihre optische Schönheit nicht vor dem unsagbaren Leid bewahren können, dass alle vergessenen und ungewollten Tiere eint. Doch genau wie der größte Teil dieser Tiere, haben sich auch Jaka und Zivo ihre ganz eigene wunderbare Sanftheit und ihre große Menschenbezogenheit bewahren können.

Wie diese Tiere dieses echte Meisterstück genau vollbringen, wird uns auf ewig ein Rätsel bleiben, doch begegnet es uns immer wieder, immer neu. Belohnt wird ihre nie aufgegebene Hoffnung und ihr Vertrauen in das Leben, wenn es sich endgültig zum Besseren wenden kann. Für Jaka und Zivo kam dieser Tag, als sie zu den wenigen Auserwählten gehörten, die das kroatische Tierasyl verlassen konnten und in eine lebenswerte Zukunft ausre isen durften. Das vorläufige Ziel dieser Reise war der Eifelhof, der es Jaka und Zivo als Zwischenstation auf ihrem Lebensweg im Moment ermöglicht, sich endlich ein wenig von den Strapazen ihres



bisherigen Lebens auszuruhen. Hier erfahren sie Sicherheit und finden Halt in der täglichen Routine der geregelten Tagesabläufe. Um die wesentlichsten, existenziellen Dinge müssen sie sich nun nicht mehr sorgen, doch brauchen die Beiden ganz dringend einen Platz an dem sie endgültig ankommen können. Nur so werden sie wirklich zur Ruhe kommen und die Schatten ihrer Vergangenheit überwinden, dabei aber gleichzeitig ihre ganze aufgestaute Energie und ihren Nachholbedarf ausleben können. Jaka und Zivo haben nämlich Beide eines gemeinsam: einen unstillbaren Hunger auf ein echtes, ausgefülltes Leben. Sie suchen daher hundeerfahrene Menschen, die einerseits ihrem Anspruch nach körperlicher und geistiger Aktivität gerecht werden können, andererseits aber auch mit ihrem äußerst sensiblen Wesen einfühlsam umzugehen wissen. Viel Zeit, Geduld, Liebe und Konsequenz sind unerlässlich im Zusammenleben mit den Beiden, doch am wich tigsten ist dabei ganz sicher die uneingeschränkte Akzeptanz ihres Wesens und ihrer Geschichte. Die Beiden können gemeinsam vermittelt werden, jedoch ist dies keinesfalls zwingend erforderlich. Ein souveräner, bereits vorhandener Hund in ihrem neuen Zuhause stellt sowohl für Jaka, als auch für Zivo kein Problem dar. Zu Katzen oder Kleintieren können sie jedoch nicht vermittelt werden. Jaka und Zivo müssen zwar noch einiges lernen, doch werden sie sich mit der richtigen Unterstützung und der nötigen Auslastung ohne jeden Zweifel zu ganz wunderbaren Lebensbegleitern entwickeln. Alles worauf die Beiden bei uns nun noch so sehnsüchtig warten, ist den Menschen ihres Lebens ihr Herz zu schenken, um bei ihnen endlich wirklich "Zuhause" zu sein.



Jaka Jaka
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