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Mia

Post von Mia: 22.10.2015, 1 Brief(e)

Mischling, Hündin, kastriert, geb. 03/2012, Größe: ca. 35 cm

Unsere zuckersüße Mia gehört zu den Pechvögeln der ganz besonderen Art und hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es im Tierschutz ist, tatsächlich "ein Hundeleben lang" verantwortlich für unsere ehemaligen Schützlinge zu sein.

Mia haben wir 2014 über unseren befreundeten spanischen Tierschutzverein übernommen und sie hat seinerzeit sehr schnell ihr neues Traumzuhause gefunden. Kein Wunder, denn Mia ist eine unproblematische, lebenslustige und fröhliche kleine Hündin, die mit ihrem Charme schnell die Menschen um die Pfote zu wickeln vermag.

Das neue Frauchen hat Mia Stück für Stück in das Leben in einer Familie eingeführt und ihr alles beigebracht, was man als Hund von Welt so wissen muss. Mia wurde zum idealen Familienhund und selbst ihr leichter Jagdtrieb war nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung und des konsequenten Trainings gut steuerbar. Denn die üblichen Grundkommandos hat sie mit links gelernt und so stand ihrem großen Bewegungsdrang künftig nichts mehr im Wege und sie hat gemei nsam mit ihren Frauchen viele neue Abenteuer erlebt. Mia hat sich als eine sehr menschenbezogene Hündin gezeigt, die sich auch mit Kindern gut versteht und alles und jeden freudig begrüßt. Alle Vorzeichen, dass unser kleiner Sonnenschein ein glückliches, langes Leben an der Seite ihres Frauchens führen würde, standen sehr gut. Sie wurde geliebt und umsorgt und war eine echte Bereicherung für ihr Frauchen.

Doch dann hat das Schicksal erbarmungslos zugeschlagen, denn das Frauchen wurde plötzlich so schwerkrank, dass es sich nicht mehr selber um Mia kümmern konnte. Zunächst haben Familie und Freunde noch versucht, diesen Engpass zu überbrücken, indem sie Mia versorgt haben. Wohl wissend, was für eine wichtige Stütze Mia für ihr Frauchen war, die sich einem längeren Krankenhausaufenthalt unterziehen musste. Nachdem nun aber leider feststeht, dass ein erneuter Krankenhausaufenthalt unumgänglich ist, wurde im Familienrat getagt und letztlich der Entschluss gefällt, dass unter diesen traurigen Umständen das Wohl ergehen von Mia auf Dauer nicht garantiert sein würde. Ein paar Wochen kann jeder Hund so eine schwierige Phase gut kompensieren, nicht aber auf einen unbestimmten Zeitraum, noch dazu mit oftmals leider ungewissem Ausgang.

Die Entscheidung, Mia zurück in unsere Obhut zu geben, ist niemand leicht gefallen, am allerwenigsten dem ehemaligen Frauchen. Doch manchmal muss man so einen Entschluss zum Wohle des Hundes genauso treffen, denn Mia ist noch so jung, dass niemand verantworten kann, sie auf unbestimmte Zeit "zwischen Tür und Angel" zwar versorgt zu wissen, aber nicht von ihrer unmittelbaren Bezugsperson. Genau das aber braucht ein Hund, um auf Dauer glücklich zu sein - nämlich den engen Kontakt zu seinem bzw. seinen Menschen! Den Hund in so einem tragischen Ausnahmefall wieder zu uns zurück zu bringen, ist also letztlich auch immer eine Entscheidung FÜR das Tier, nämlich ihm eine neue Chance einzuräumen und wahre Liebe heißt manchmal unweigerlich, zum rechten Zeitpunkt loszulassen.

Genau das hat d as Frauchen getan, wenn auch schweren Herzens, aber mit der Hoffnung, dass wir möglichst schnell ein passendes Zuhause für die kleine Mia finden werden. Wir haben ihr versprochen, unser Möglichstes zu tun. Denn dieses Wissen könnte dem Frauchen ganz sicher viel zusätzliche Kraft für die bevorstehende schwere Zeit geben, da sie der Sorge um Mia enthoben wäre und sich voll und ganz auf ihre eigene Genesung konzentrieren könnte. Dafür drücken wir ihr an dieser Stelle ganz fest die Daumen!

Aber ganz besonders drücken wir natürlich unserer Mia die Daumen, die im Moment verständlicherweise die Welt nicht mehr versteht. Wir haben keine Möglichkeit, ihr plausibel zu machen, warum sie wieder bei uns ist. Sie hat nichts falsch gemacht, war vielmehr die perfekte, kleine Begleiterin für ihr Frauchen - und wurde dennoch zu uns zurück gebracht. Sie trauert um ihr verlorenes Zuhause, denn sie hatte es dort ja sehr gut. Ganz sicher vermisst sie ihr Frauchen und die gemütlichen gemeinsamen Kuschelrunden, ihr schönes Körbchen ebenso, wie die ausgiebigen Spaziergänge.

Wir tun alles, um den Verlust für Mia so erträglich wie möglich zu machen, aber wir wissen, dass nur der schnellstmögliche Umzug in ein neues Zuhause ihre Welt wieder einigermaßen in Ordnung bringen kann. Gerade die Hunde, die so unverschuldet wie Mia ein schönes Zuhause verlieren, leiden ganz besonders unter diesem Zustand. Sie haben ins Paradies blic ken können und finden sich unvermutet im Tierheim wieder. Für sie muss es genaugenommen wie eine Vorstufe zur Hölle erscheinen. Denn sie wissen nicht nur, was sie verloren haben sondern noch viel mehr, was sie erneut bei uns erwartet. Die einen trauern still und leise, ziehen sich in sich selber zurück, die anderen protestieren lauthals ob dieser Ungerechtigkeit des Schicksals. Beides ist auch für uns gleichermaßen schwer zu ertragen, doch keiner von uns hat in dem Fall eine Wahl.

Daher würden wir uns für Mia so sehr freuen, wenn es uns schnell gelingen würde, ihr den Glauben an die Menschheit und das Gute im Leben zurückgeben zu können. Sie bringt, dank der tollen Vorarbeit ihres Frauchens, alles mit, was sie für ein neues Leben braucht und wäre auf jeden Fall auch als Anfängerhund geeignet. Wer hat ein Plätzchen für diese bezaubernde und unkomplizierte Hündin frei, die lieber heute als morgen bei Ihnen einziehen würde?

Mia Mia
Mia Mia