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Luna

Boxer, Hündin, geb. 10/2006, Größe: ca. 55 cm

Achtung - hier werden echte Boxerliebhaber gesucht; oder solche, die es schnellstens werden möchten!

Unsere Luna ist ein Notfall der besonderen Art, denn die neunjährige Hündin wurde schweren Herzens von ihrer Familie abgegeben, weil diese sich den Unterhalt für einen so großen Hund nicht mehr leisten konnte. Eigentlich kaum vorstellbar, doch die Familie gab förmlich den letzten Groschen für Luna aus, als diese kürzlich operiert werden musste. Und nun sah sie sich nicht mehr dafür aus, den weiteren Lebensabend von Luna gestalten zu können.

Es gibt eben immer wieder Gegebenheiten im Leben, für die niemand etwas kann und die Aufrichtigkeit, mit der Luna uns übereignet wurde, lässt uns nicht daran zweifeln, dass sie letztendlich abgegeben wurde, weil ihre Menschen das Beste für sie wollten. Wohl wissend, dass sie genau das nicht mehr zu leisten vermochten. Wenn schon der menschliche Kühlschrank kaum mehr gefüllt werden kann, so ist es durchaus verständlich, dass es für einen großen Hund w ie Luna irgendwann "vorne und hinten" nicht mehr reicht. Gerade auch im Hinblick darauf, dass gerade ein älterer Hund eben besonderer Fürsorge bedarf und vielleicht auch mal öfters den Tierarzt sehen muss als ein junger Hund. Die Entscheidung, Luna abzugeben, wurde also nicht leichtfertig getroffen sondern man hat praktisch bis zum letzten Moment gewartet und gezögert, bis sich wirklich keine andere Lösung mehr bot.

Und doch - oder vermutlich gerade deswegen - versteht Luna die Welt nicht mehr. Selbst die mitgebrachten Kuscheltiere können sie nicht mal ansatzweise über den herben Verlust hinwegtrösten. Denn sie hatte es eigentlich immer gut in ihrem Vorleben und als Hund wird sie ganz sicher nicht die Nöte ihrer Menschen ermessen können, wenn diese aus rein finanziellen Gründen nicht mehr für sie haben sorgen können. Nein, Luna kann sich keinesfalls auch nur ansatzweise erklären, wieso sie nun an diesem für sie sicher sehr unwirtlich anmutenden Ort gelandet ist. Ein Hund, der sein Leben lang geborgen im S chutz einer Familie gelebt hat, kann nicht verstehen, wieso er plötzlich hinter Gittern gelandet ist. Er kann nicht verstehen, wieso er nicht mehr auf einem Sofa oder in einem kuscheligen Körbchen in einem wohlig warmen Haus liegt sondern den ganzen Tag über in einem großen Auslauf im Freien und nachts in einem zweckdienlichen Innengehege untergebracht ist.

Es ist unschwer zu beobachten, wie sehr Luna unter dieser Situation leidet und wie wenig sie genau das aber verdient hat! Obwohl wir ihr zum Schutz vor der Witterung einen dicken Mantel angezogen haben, fühlt sie sich sichtlich unwohl draußen im Auslauf. Ebensowenig aber will sie nicht den ganzen Tag im Innenbereich sein, ohne den für sie offensichtlich so dringend nötigen Menschenkontakt. Genau das aber können wir ihr nur sehr begrenzt bieten, denn wir müssen ja unserer vielfältigen Arbeit nachgehen und können sie allenfalls mal schnell im Vorübergehen knuddeln und streicheln. Es ist aber, als würde man einem Verdurstenden immer wieder einen Strohhal m mit einem Glas Wasser reichen, um ihn dann wieder schnell wegzuziehen - genau das nämlich spiegelt uns die Miene von Luna wider, der es keinefalls reicht, ab und an mal gestreichelt zu werden!

Diese extrem menschenbezogene und verschmuste Hündin braucht schnellstmöglich wieder eine Familie für sich alleine, in der sie der umsorgte Mittelpunkt sein kann und wo sie ihre ganze Liebe verströmen kann. Geht man an ihrem Gehege vorbei, bringt sie sich fast um vor lauter Bemühungen, wahrgenommen zu werden und wenn sie mit ihren Boxer-typischen Schnauf- und Grunzlauten ans Gitter heran kommt, kann man gar nicht anders, als sie sofort ins Herz zu schließen. Luna gehört zu den typischen "rau aber herzlich" Hunden und der Boxer an und für sich ist ein sehr körperbetonter Hund, der einen jovial anrempelt und einem schwungvoll die Pfote aufs Bein haut zur ersten Kontaktaufnahme. Danach wackelt der ganze Hund vor Freude, von der runden Nase bis zum letzten Schwanzwirbelchen und man sieht ihn förmlich breit grinsen. Go tt sei Dank gehört Luna zu den Boxern, denen nicht die Rute kopiert wurde, ebenso wie ihre Nase deutlich ausgebildet ist, sodass sie gut Luft holen kann. Derzeit ist sie noch ein wenig dünn, doch wir geben uns alle Mühe, dass sie bald wieder etwas mehr auf den Rippen hat. Dennoch sind wir uns bewusst, dass alles Futter dieser Welt Luna nicht über das hinwegtrösten kann, was sie eigentlich braucht - nämlich einen neuen Wirkungskreis!

Da Luna aus einer Familie mit Kindern kommt, können wir uns gut vorstellen, dass auch Kinder in der neuen Familie sein könnten. Vielleicht schon etwas standfester, da Luna selber ja schon eine gewisse Körpergröße mitbringt. Ebenso sollten die Kinder schon etwas verständiger sein, da Luna etwas älter ist und somit nicht mehr ständigen Trubel braucht. Sie liebt es nun etwas gemütlicher, was ganz sicher auch ihren Bewegungsradius anbelangt. Sie braucht keine stundenlangen Spaziergänge mehr und ist sicherlich mit gemütlichen und ausgiebigen Schnupperrunden durch den Park zufriede n.

Prima wäre auch ein rüstiges Rentnerehepaar, das den ganzen Tag Zeit für sie hat und sich gerne mit großen Hunden umgibt. Mit einem Boxer an der Leine hat man in der Regel alle Hände voll, sodass die neue Familie im Idealfall schon etwas Erfahrung im Umgang mit großen Hunden haben sollte. Der riesige Vorteil aber ist, dass Luna das Leben in einer Familie nicht nur kennt sondern mit jeder Faser ihres Herzens WILL, sodass nicht mit großartigen Eingewöhnungsproblemem zu rechnen ist. Daher wäre es, bei entsprechendem Engagement, sich das noch nicht vorhandene Wissen anzueignen, auch durchaus denkbar, dass Luna bei Hundeanfängern leben könnte. Menschen, die vielleicht ganz bewusst einen schon etwas älteren Hund suchen - eben weil dieser Hund schon in allem perfekt ist, was man einem jungen Hund zunächst beibringen muss.

Das neue Zuhause sollte auf jeden Fall ebenerdig sein, damit Luna nicht zu viele Treppen laufen muss. Noch können wir keine deutliche Bewegungseinschränkung bei ihr erkennen, aber bei e inem großen Hund im fortgeschrittenen Alter ist sicher davon auszugehen, dass Treppen irgendwann nicht mehr mühelos überwunden werden können. Ein Garten wäre natürlich schön, ist aber keinesfalls eine Vermittlungsbedingung. Viel wichtiger ist das weit geöffnete Herz ihrer neuen Familie, die Luna ohne Wenn und Aber willkommen heißt.

Um es mal klar auf den Punkt zu bringen - trauriger und verlorener als bei uns kann sich Luna wohl nirgendwo fühlen und so sehr wir uns auch bemühen, ihr den Verlust ihrer Familie zu erleichtern, so sehr wissen wir aber auch, dass wir nur ein kläglicher Ersatz sein können. Wir denken mit Grauen an den nahenden Winter, den ein älterer Hund wie Luna keinesfalls bei uns in der unwirtlichen Eifel verbringen sollte sondern vielmehr in der liebevollen Geborgenheit einer Familie.

Wo kann Luna für das letzte Drittel ihres Lebens nun einen Endplatz finden, um sich vom größten Schock ihres Lebens wieder erholen zu können? Wir sind uns sicher, dass Luna es mit unendlicher Liebe und Zuneigung danken wird und diese ganz besondere Wärme und Lebensweisheit verströmen wird, wie sie eben nur ein älterer Hund mit einer grauen Schnauze auszustrahlen vermag.

Luna Luna
Luna Luna