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Zuri

Mischling, Hündin, geb. 09/2015, Größe: ca. 40 cm

Zuri ist eine noch sehr junge Hündin, die aktuell aus Spanien zu uns gekommen ist. Sie ist geschätzt zum gegenwärtigen Zeitpunkt (März 2016) circa ein halbes Jahr alt, was bedeutet, dass sie noch im Wachstum ist, auch wenn sie schon eine recht gestandene Hundepersönlichkeit ist.

Aufgrund des noch zarten Alters ist sie aktuell noch nicht kastriert, damit sie zunächst in Ruhe ausreifen und ihre Persönlichkeit voll entwickeln kann. Daher sollte ein möglicher männlicher Artgenosse auf jeden Fall bereits kastriert sein, ebenso, wie natürlich im weiteren Verlauf zum geeigneten Zeitpunkt auch die Kastration von Zuri eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Nicht immer hat man im Tierschutz die Wahlmöglichkeit, den wirklich optimalen Kastrationszeitpunkt festzulegen, da natürlich IMMER das oberste Augenmerk darauf gelegt sein muss, weiteren unerwünschten Hundenachwuchs effektiv einzudämmen.

Im Idealfall jedoch sollte eine junge Hündin die Möglichkeit bekommen, zumindest einen Hitzezyklus durchlaufen zu können, damit sich die weibliche Hormonschiene einpendeln kann. Denn dadurch durchläuft die Hündin einen enormen Entwicklungsschub, sowohl körperlich als auch psychisch, der sie dazu befähig t, den Kinderschuhen zu entwachsen und die Welt nunmehr durch die Augen eines erwachsenen Hundes betrachten zu können: Sie kann adäquater auf Umweltreize reagieren und sich differenzierter mit Herausforderungen auseinandersetzen als zuvor und auch ihr Charakter reift weiter aus und gewinnt an Format. Natürlich muss in jedem Fall gewährleistet sein, dass die Hündin in der Zeit der Hitze, die in der Regel ca. 3 Wochen beträgt, vor unerwünschtem Nachwuchs geschützt wird. Das bedeutet konkret, dass sie keinen Augenblick unbeaufsichtigt ist, weder auf dem Spaziergang noch im möglichen heimischen Garten! Dem Erfindungsreichtum eines liebeskranken unkastrierten Rüden sind nämlich keinerlei Grenzen gesetzt und selbst das Überwinden eines hohen Zaunes oder das Öffnen einer nicht fest verschlossenen Tür stellt in der Regel kein ernsthaftes Hindernis für ihn dar. Hier ist also in jedem Fall das verantwortungsvolle und vorausschauende Handeln des Menschen gefragt, um der jungen und unerfahrenen Hündin allzeit Schutz zu gewähren. Unangeleinte, unkastrierte Rüden und deren zuweilen uneinsichtige Halter gibt es natürlich auch noch und diese sind dann auf dem Spaziergang möglichst im Vorfeld zu umschiffen, indem man in eine andere Richtung weitergeht, sobald man sieht, dass der Rüde Fährte aufnimmt. Und im Zweifelsfall hat sich eine gezielt eingesetzte Wasserspritzflasche zur "Rüdenabwehr" immer noch gut bewährt, sodass die Zeit der Hitze meist problemloser zu überstehen ist, als man gemeinhin annimmt. Die Vorteile, diese kleinen Unbequemlichkeiten im Alltag für seine Hündin zumindest einmalig auf sich zu nehmen, überwiegen nämlich aus den zuvor genannten Gründen in jedem Fall.

Übrigens ist es auch keinesfalls "krankhaft" oder unnormal, wenn eine Hündin im weiteren Verlauf sogenannte Scheinschwangerschaftssymptome entwickelt. Oftmals wird das als sofortiger Grund genannt, alsbald eine Kastration durchzuführen, doch in der Natur ist es normal, dass eine Hündin sich verhält, als würde sie Nachwuchs erwarten, auch wenn da s gar nicht der Fall ist. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Scheinschwangerschaft nicht überhandnimmt, indem man der Hündin nicht erlaubt, ihr Spielzeug zu "bemuttern", indem man sie gut körperlich auslastet und etwas knapper füttert, damit sich das Gesäuge nicht zu sehr ausprägt. Denn nichts von alledem braucht unser Familienhund wirklich - wohl aber der frei lebende Haushund, der ja nun mal vom Wolf abstammt:



Aus biologischer Sicht ist die Funktion der Scheinschwangerschaft nämlich ein kluger Trick der Natur, um in jedem Fall das Überleben des Rudels zu sichern. Denn Hunde leben in freier Wildbahn im Rudel zusammen, wobei sich jedoch nur die ranghöchsten Tiere vermehren dürfen - wozu unsere Familienhunde in der Regel natürlich nicht gehören sollten! Die Welpen der ranghöchsten Tiere werden immer im Familienverband aufgezogen, das heißt, das ganze Rudel beteiligt sich an der Aufzucht. Sie es durch Futterbesorgen oder Babysitten, jeder hat seine Funktion. Verunglückt nun die ranghöchste Hündin, was keinesfalls selten ist, da das Leben in freier Wildbahn großen Gefahren ausgesetzt ist, kann die scheinschwangere Hündin im Notfall als Amme einspringen, sodass das Überleben der Welpen gesichert wäre. Unter diesem Aspekt gesehen ist also keine Hündin "krank" oder abnormal, nur weil sie Scheinschwangerschaftssymptome entwickelt . Die Zeit will vielmehr einfach überstanden werden und geht vorbei und früher oder später wird die Hündin ohnehin kastriert. Doch nun genug der "Hitzetheorien", denn es geht ja um Zuri

Es ist davon auszugehen, dass Zuri noch ein wenig wachsen wird, wenn der größte Wachstumsschub sicherlich schon abgeschlossen sein wird. Aktuell verhält sie sich typisch Junghund-mäßig, fast noch ein wenig welpenhaft, indem sie ständig um Kontakt bemüht ist, unabhängig, ob es sich um Zwei- oder Vierbeiner handelt. Sie kennt offensichtlich noch nicht viel vom Leben und es wird höchste Zeit, dass sie in eine verantwortungsvolle Familie kommt, die ihren Horizont behutsam aber stetig um all die Dinge erweitert, die ein Hund im Alltag kennen und wissen sollte. Der Besuch einer Hundeschule, insbesondere eines Junghundkurses, sollte daher unbedingt auf der Tagesordnung stehen, damit Zuri unter ihresgleichen lernt, sich in der Öffentlichkeit sicher zu bewegen. Über einen bereits vorhandenen Artgenossen würde Zuri sich ganz b estimmt sehr freuen, aber es ist keinesfalls eine Vermittlungsbedingung. Mit hundeerfahrenen Samtpfoten wird sie sich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase sicherlich arrangieren können.

Zuri ist eine junge und aufgeschlossene Hündin, die sich mit praktisch jeder neuen Situation im Leben wird arrangieren können. Bedenken sollte man jedoch, dass sie eine große und lebhafte Hündin ist, die entsprechend viel Power mitbringt, der man als Zweibeiner auf Dauer gewachsen sein sollte. Alleine ihr Bewegungsdrang ist mehr als beachtlich und sie braucht nicht nur physisch entsprechend Raum im Leben ihrer Menschen sondern auch psychisch und mental. Vielleicht will sie sich künftig im Hundesport betätigen oder ihren Menschen bei den täglichen Joggingrunden begleiten, wie auch immer, sie will eine richtige Aufgabe haben und ausgelastet und beschäftigt werden.

Ein so junger Hund fordert dabei noch mehr von seinem Menschen als ein schon etwas gesetzterer Hund, was oftmals in der ersten Begeisterung ein wenig unterschätzt wird. Sich spontan in sie zu verlieben, ist nicht schwer - ihr ein ganzes Hundeleben lang gerecht zu werden, erhöht die Messlatte jedoch schon ein wenig. Daher erlauben wir uns, an dieser Stelle nochmal gezielt auf diesen Aspekt hinzuweisen, denn Zuris neues Zuhause soll selbstverständlich ein Zuhause auf Lebenszeit sein. Wenn alle diese Kriterien Erfüllung finden, steht nicht nur Zuri eine wunderbare Zukunft bevor sondern Sie werden vielmehr eine absolute Traumhündin an ihrer Seite haben.

Zuri Zuri
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