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Calia

Post von Calia: 23.02.2016, 1 Brief(e)

Mischling, Hündin, kastriert, geb. 08/2012, Größe: ca. 40 cm

Calia mutet an wie ein zartes Elfchen, fast schon ein wenig ätherisch, wenn sie einen fragend mit ihren riesigen Fledermausohren anschaut, die ihr jedoch das absolut unverwechselbare Aussehen geben. Alles an diesem Hund ist zart, von der feingliedrigen Statur bis zu dem sensiblen Wesen. Calia ist ein Hund der leisen Töne, der es nicht mag, wenn zu viel Trubel herrscht oder sich ihr ein Fremder allzu forsch nähert. "Kennen wir uns etwa?", scheint sie dann irritiert zu fragen und reagiert zunächst einmal mit Rückzug.

Doch es braucht gar nicht allzu lange, bis sie beginnt aufzutauen - sie mag es nur nicht, frontal bedrängt zu werden und sucht sich ihre Kontakte gerne ein Stück weit aus. Wir können nur vermuten, dass in ihrem spanischen Vorleben einige unliebsame Begegnungen mit unsensiblen Menschen stattgefunden haben müssen, die Calia diese Vorsicht nun walten lassen.

Calia sucht daher Menschen, die sich auf die leisen Töne im Umgang mit einem Hund verstehen und die gewillt sind, sich auf die körpersprachlichen Signale, die Calia in ihren Bemühungen um Beschwichtigung des Gegenübers aussendet, vorbehaltlos einzulassen. Sie ist kein Hund, der sofort auf einen Interessenten zustürmt sondern sie beobachtet zunächst die Situation eine Weile, bis sie einschätzen kann, dass ihr keine Gefahr droht.

Aus Hundesicht ist das übrigens ein vollkommen normales Verhalten, was wir Menschen jedoch allzu oft zu vergessen neigen. Wir wünschen uns vielmehr Hunde, die sofort auf unsere Kontaktbemühungen eingehen, ohne dabei zu berücksichtigen, wie es auf einen Hund wirken kann, wenn man sich frontal über ihn beugt, sich vor ihn kniet und anschaut, um ihm in bester Absicht von oben über den Kopf zu streicheln.

Für viele Hunde stellt das überhaupt kein Problem dar - ein Hund wie Calia aber hat vielleicht die Erfahrung gemacht, dass die Hand, die von oben kommt, nicht unbedingt etwas Gutes bedeutet und reagiert daher aus Hundesicht vollkommen angemessen, indem sie ein Stückchen zurückweicht.

Begegnet man ih r jedoch in aller Ruhe, ignoriert sie vielleicht sogar zunächst einmal komplett, dann siegt irgendwann ihre Neugier und sie beginnt von sich aus mit der Kontaktaufnahme. Die Hürden bei Calia sind also keineswegs unüberwindbar, aber man darf sich als Mensch schon ein wenig um ihre Gunst bemühen. Calia ist dabei keineswegs ein schwer erziehbarer Hund, aber sie braucht zweifelsohne Menschen, die ihr Sicherheit, Stabilität und Halt geben, woran sie sich zukünftig orientieren kann. Daher würden wir Calia nicht als Anfängerhund einstufen, denn man sollte ihr Verhalten schon ganz gut einordnen können, um angemessen darauf reagieren zu können. Calia lässt sich sehr schnell verunsichern und neigt dann dazu, sich in sich selber zurückzuziehen, sodass sie mit liebevoller Konsequenz und leisen Tönen erzogen werden sollte.

Wir gehen nicht davon aus, dass sie das Leben in einer Familie schon kennt. Es wäre daher sinnvoll, zunächst mit ihr eine Hundeschule zu besuchen, um ihr die Grundregeln im Zusammenleben mit dem Me nschen beizubringen. Ein souveräner Hundekumpel im neuen Zuhause wäre hierbei sehr hilfreich, denn erfahrungsgemäß orientieren sich gerade die schüchternen Hunde gerne an umweltsicheren Artgenossen. Dies ist jedoch - entsprechendes Hunde-Knowhow vorausgesetzt - keine Vermittlungsbedingung. Mögliche Kinder in der neuen Familie sollten schon verständiger und etwa im Teenageralter sein, da Calia mit stürmischen und übereifrigen Kinderhänden womöglich ein wenig überfordert wäre.

Wir wünschen uns für Calia ein ruhigeres Umfeld, wo sie sich ihrem Tempo gemäß einleben kann und wo ihr auch der dafür nötige Raum jederzeit gelassen wird. Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist Calia ganz sicher eine Hündin mit einem großen Entwicklungspotenzial, die nach einer gewissen Eingewöhnungszeit mit ihren neuen Menschen durch Dick und Dünn gehen wird. Sie ist eine noch sehr junge Hündin, die noch alles nachholen kann und wenn sie erst einmal richtig angekommen ist, wird ihrem Bewegungs- und Tatendrang kaum mehr Einhalt zu bieten sein. Dann wird aus dem zarten Elfchen ein kleiner Kobold, der es faustdick hinter den riesigen Fledermausohren hat.

Calia Calia
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