Post von Leo (ehem. Chester)

Brief vom: 28.02.2019

(Anmerkung der Redaktion: Krankheitsbedingt konnte dieser Brief vom Dez. 2018 erst im Feb. 2019 veröffentlich werden)

Liebe Frau Töpfer, liebe Hundeausführer,

nach sechs Wochen ist es endlich an der Zeit für eine Rückmeldung, dass es Chester (nun Leo) bestens geht!

Darüber, dass Leo Spielsachen schleppt, waren wir ja informiert. So lag schon ein kleines Spielzeugtier im Kofferraum für ihn bereit, als wir das ängstliche Bündel Hund ins Auto packten. Das 'Tierchen' wird seitdem abgeschleckt und herumgetragen - und eifersüchtig vor den vermeintlichen Begehrlichkeiten unserer Sweety bewahrt. Ein Glück, dass sie sich nicht die Bohne dafür interessiert ... sie hat ihr eigenes Viech, das aber meistens unbeachtet herumliegt.

Zuhause bei uns war natürlich erst einmal alles neu und einschüchternd, aber Leo Hasenherzchen hatte sehr bald das Bettchen an der warmen Heizung entdeckt und liegt dort oft lang ausgestreckt, mit dem ganzen Rücken an den Heizkörper gedrückt. Und wenn vier Pfoten in die Luft gestreckt werden, fühlt sich Hund offenbar wohl :-)

Von einem Hund, der nur Zwingerhaltung im dürftig situierten Auslandstierschutz oder ein entbehrungsreiches Leben auf der Straße kennt, hätte ich keine sofortige Stubenreinheit erwartet. Doch Leo hat kein einziges Mal auch nur ansatzweise das Bein gehoben. Er hat sich sofort in unsere tägliche Routine eingefunden und orientiert sich dabei sehr an Sweety, die das mehr oder weniger erfreut zur Kenntnis nimmt. Dabei bemüht er sich doch so sehr, schnuffelt und stupst sie an und leckt ihr über die Schnauze. Von ihr kommt meistens nur ein Brummen oder sie dreht sich ab, aber die anfänglichen, etwas scheelen Blicke haben aufgehört und spätestens beim Morgendlichen 'Leinen los' preschen beide nebeneinander davon.

Sweety distanzierte sich vorübergehend von uns und ich hatte Sorge, dass ihr über viele Monate aufgebautes Vertrauen zerstört würde. Aber nachdem wir 'Sweety first' beherzigten und viel Gedöns um sie machten, fühlte sie sich wohl nicht mehr zurückgesetzt.

Leo reagierte zunächst fast panisch auf sein Geschirr. Festhalten am Hals, ok, Festhalten am Bauchriemen führte zum hektischen, mit eingeklemmter Rute, herumspringenden Tier und zu gequetschten Fingern. Einmal machte er in seiner Angst vorm Anziehen sogar Pipi im Flur. Er hat nun ein neues Geschirr von blaire.de - können wir nur empfehlen - federleicht, große Halsöffnung, nur ein Schnappverschluss, reflektierend. Maßgeschneidert und trotzdem nicht teurer als die Ware, die man im üblichen Handel bekommt.

Nach drei Wochen trauten wir uns erstmals, Leo abzuleinen. Sowohl im Garten als auch drinnen hatte er sich super anhänglich gezeigt und das bestätigte sich prompt draußen: immer in der Nähe, immer sorgsam darauf bedacht, uns restliches Rudel nur ja nicht zu verlieren. Unterwegs gereichte Leckerchen helfen da natürlich ebenfalls!

Mit seinem niedlichen Welpengesichtchen (trotz seiner neun Jahre) wickelt er uns spielend um seine Pfoten. So ein liebes und liebenswertes Tier, eine perfekte Wahl. Danke, dass wir ihn bei Ihnen finden und adoptieren durften...

In den nächsten Tagen steht die Vorstellung beim Tierarzt an. Wir waren schon einmal kurz da: wenn Hund mit dem Po über den Boden rutscht, können es eigentlich nur Würmer oder volle Analdrüsen sein. Wir schlossen die Würmer aus und nach einer Entleerung hat das Verhalten aufgehört. Nun gibt es eine zweite Fahrt zum richtigen Kennenlernen sowie Kontrolle seiner kleinen Baustellen.

Leo ist inzwischen nun schon der fünfte Hund, dem wir Seniorenfutter von DEFU geben - daher ebenfalls sehr empfehlenswert - und er verträgt es ausgezeichnet. Morgens gibt es einen Klecks Quark, am Wochenende mit Eigelb. Da steht man schon mal Schlange! Vom vielen streicheln und bürsten glänzt sein Fell und seine traurige Vergangenheit sieht man ihm nur noch an, wenn er sich ängstlich vor einer plötzlichen Bewegung wegduckt.

Wir wünschen allen Ihren Tieren nah und fern sowie Ihnen und ihren wunderbaren Helfern schöne Weihnachtstage. Im kommenden Jahr schreibt Leo vielleicht selbst einmal ... heute mochte er sein warmes Körbchen nicht verlassen :-)

Herzliche Grüße aus dem Oberbergischen
Carsten & Gaby mit Sweety & Leo

Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester)

Brief vom: 15.05.2019

Liebes Eifelhof-Team,

erinnert Ihr Euch noch an mich - Leo, ehedem Chester? Vor gut sechs Monaten durfte ich zu Sweety in den Oberbergischen Kreis ziehen. Auch sie stammt vom Eifelhof und ist schon zweieinhalb Jahre hier. Wir wohnen mit unseren Menschen in einem kleinen Dorf wo man ringsherum schön spazieren gehen kann. Deshalb zeigen uns die Fotos auch bei der Morgenrunde übers Feld. Ich sause zwischen meinen Menschen im Galopp hin und her und hole mir Leckerchen ab. Sweety schmeißt sich am liebsten ins Gras und wälzt sich.

Meine Menschen lachen viel über mich, wenn ich TADUMM-TADUMM-TADUMM wie ein Pferdchen mit lautem Pfotengetrommel angerannt komme. Anders als Sweety höre ich nämlich aufs Wort: ich beachte meine Leute genau, um nur ja alles richtig zu machen. Ich bin ein großer Schatz, sagen meine Menschen - so lieb und so anhänglich, sehr verschmust. Ein bisschen ängstlich und unsicher bin ich noch, aber es wird jede Woche besser.

Jetzt, wo es langsam warm wird und wir alle mehr Zeit draußen verbringen können, bin ich mit Sweety viel im großen Garten. Sweety legt sich entspannt in die Sonne und döst. Das muss ich erst noch lernen - also, dass ich entspannt sein darf - aber nachdem ich erst ratlos herumstand setzte ich mich irgendwann hin und inzwischen liege ich auch schon kurz. Aber am besten klappt es, wenn die Hundebettchen draußen stehen und meine Menschen danebensitzen. Dann weiß ich, dass ich unbesorgt schlafen kann.

Unsere Menschen üben jetzt auch immer öfter "Autofahren ist toll und immer mit einer Wanderung verbunden" mit mir, denn wir wollen ja nicht immer nur zuhause sein. Aber ich liege schon ganz friedlich mit Sweety im Kofferraum. Die ist ja echt tiefenentspannt und ich merke, dass ich keine Angst haben muss. Die Sweety hat mir sogar schon gezeigt, wie man ganz cool die Einstiegshilfe benutzt. Sie ist ja schon eine Oma - 14 Jahre alt - und darf wegen ihrer Arthrose nicht springen. Obwohl ... die ist ganz schön fit für ihr Alter. Wenn wir morgens in den Garten gehen dann duckt sie sich und kaspert ganz albern herum. Leider spielt sie nicht mit mir, aber ich habe ja Bälle und mein Stofftier. Und mein Frauchen spielt Pfoten kitzeln mit mir. Dann nehme ich ihre Hände in die Schnauze, aber gaaanz vorsichtig.

Also, ich wollte nur mal sagen, dass es uns rundum gut geht. Meine Menschen grüßen Euch, die tollen ehrenamtlichen Ausführer und natürlich meinen ehemaligen Kumpel Uszko ganz herzlich!

Euer Leo (Chester)

Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester) Leo (ehem. Chester)

Brief vom: 06.06.2019

Hallo Frau Töpfer,

leider ist mein Brief wohl wieder nicht angekommen ...? Leo war inzwischen zum ersten Mal auf großer Tour nach Norddeutschland. Hat alles bestens bewältigt und wird von Tag zu Tag sicherer und anhänglicher. Toller Hund und ein wunderbarer Kumpel für unsere liebe Flauschemaus Sweety.

Liebe Grüße, Gaby I.

Brief vom: 30.07.2019

Liebes Eifelhof-Team,

kaum ist der letzte Brief von unserem Herzensbrecher Leo online gegangen, haben wir weniger gute Nachrichten zu vermelden....

Als wir Leo im Oktober bekamen fiel uns direkt am ersten Tag auf, dass er immer mal wieder humpelte, die linke Hinterpfote nicht ganz aufsetzte. Da das aber immer wieder komplett verschwand und insgesamt nur selten zu sehen war, interpretierten wir es als 'vertreten', 'schief gelegen'. Tatsächlich schien es Leo mit zunehmend besser entwickelter Muskulatur auch zu 99% gut zu gehen.

Die Vorstellung bei unserer Tierärztin zum ersten Kennenlernen nach ein paar Wochen war etwas ernüchternd, denn sie meinte gleich, dass ein Hund mit bereits vorhandenem Riss (in den Unterlagen steht 'alter operierter Bänderriss hinten rechts') den in den allermeisten Fällen auch an der anderen Seite bekommt. Das wussten wir nicht, denn im umgangsreichen Sortiment der bei unseren vielen älteren Hunden vorkommenden Erkrankungen war 'Bänderriss' bislang nicht dabei. Wir hofften seinerzeit also, die Ärztin möge ausnahmsweise Unrecht haben.

Doch leider ergab - nachdem das Humpeln sich im Juni verstärkte - der so genannte 'Schubladentest' die Diagnose 'Bänderriss hinten links'. Leo wurde am 2. Juli operiert. Alles ist gut verlaufen, keine Rötung, Schwellung oder Entzündung, und in wenigen Tagen werden die Fäden gezogen. Zur Therapie gehört 10x Magnetfeld-Behandlung, möglichst täglich. Aber Leo liegt gerade neben mir am Schreibtisch und ist zum Glück so fröhlich und verspielt wie zuvor.

Die Operation ist sehr teuer und aufwändig (Schonzeit 3-6 Monate, eine Herausforderung bei einem lebhaften Tier), so dass wir diese Erfahrung gern mit allen anderen Adoptierenden teilen möchten: Vorsicht, wenn der Hund humpelt - AUCH, wenn das immer wieder verschwindet!!! Und: Der operierende Arzt berichtete, er habe noch nie so viele Bänderriss OPs gehabt wie in diesem Jahr. Die Hunde sausen über die Felder und bei Tieren mit schwachen Bändern (Veranlagung) reicht ein einziges tiefes Mauseloch.

So muss der arme Leo nach so vielen Jahren im engen Zwinger nun schon wieder aufs unbeschwerte Laufen und längere Spaziergänge verzichten. Zum Glück gibt es den großen Garten, es ist Sommer und unsere 'Flauschemaus', die entspannte alte Sweety, trägt zur Entschleunigung bei...

Wir werden wieder berichten.

Herzliche Grüße aus dem Oberbergischen bis dahin Gaby, Carsten, Sweety & Rekonvaleszent Leo